Paten geben 2026 zur Konfirmation üblicherweise 150 bis 300 Euro, Großeltern 100 bis 200 Euro, Tanten und Onkel 50 bis 100 Euro, weiter entfernte Bekannte 20 bis 50 Euro. Das sind die Richtwerte, die Verbraucherportale und Sparkassen aktuell nennen. Wer sich daran orientiert, liegt im sozial üblichen Rahmen. Wer als Patenonkel mit 50 Euro auftaucht, gilt 2026 als unterversorgt. Rund 105.000 katholische Jugendliche werden 2026 gefirmt, etwa 152.000 Kinder gehen zur Erstkommunion, und auf evangelischer Seite stehen etwa 130.000 Konfirmandinnen und Konfirmanden vor dem Altar. Wir zeigen dir, was angemessen ist, wo die unausgesprochene Hierarchie zwischen Paten und entfernten Verwandten liegt und warum Bargeld 2026 immer noch klar vor dem Gutschein steht.

Anlass, Zahlen und warum die Beträge gerade steigen

Die Konfirmation ist das evangelische Pendant zur katholischen Firmung. Beide markieren den Übergang vom Kind zum mündigen Glaubenden, beide werden zwischen 13 und 15 Jahren gefeiert. Die Erstkommunion findet katholisch früher statt, meist mit acht oder neun Jahren. Laut Kirchenstatistik 2024 der Deutschen Bischofskonferenz haben 152.280 Kinder die Erstkommunion empfangen, 105.041 Jugendliche wurden gefirmt. Auf evangelischer Seite zählte die EKD 2023 rund 130.000 Konfirmationen. Auch wenn die Kirchenmitgliederzahlen insgesamt sinken, bleiben diese Übergangsrituale erstaunlich stabil.

Anlass Konfession Alter Anzahl pro Jahr
Erstkommunion katholisch 8 bis 9 152.280
Firmung katholisch 14 bis 16 105.041
Konfirmation evangelisch 13 bis 15 rund 130.000
Jugendweihe weltlich 14 rund 50.000

Die Richtbeträge für Geldgeschenke sind in den letzten fünf Jahren spürbar nach oben gewandert. Wer bei der eigenen Konfirmation 2010 noch 30 Euro vom Patenonkel bekommen hat, würde 2026 als unterbeschenkt wahrgenommen. Die Inflation seit 2021 hat Preise und damit auch soziale Erwartungswerte verschoben. Eine Verbraucherzentrale rechnet vor: 50 Euro Kaufkraft aus dem Jahr 2010 entsprechen 2026 rund 68 Euro. Wer also den damaligen Standard schenken will, gibt heute etwa ein Drittel mehr. In der Praxis liegen die Richtwerte oft sogar noch höher, weil auch die Erwartung an die Feier (Restaurant, Fotograf, Familienurlaub) gestiegen ist.

Richtwerte 2026 nach Beziehung

Es gibt keine offizielle Tabelle, aber Sparkassen, Verbraucherportale und ING-Ratgeber nennen sehr konsistente Spannen. Die folgenden Werte fassen die Empfehlungen von Biallo, Berliner Sparkasse und gofeminin für 2026 zusammen.

Beziehung Spanne Typischer Betrag
Eltern 200 bis 500 Euro 300 Euro
Paten 150 bis 300 Euro 200 Euro
Großeltern 100 bis 200 Euro 150 Euro
Geschwister (erwachsen) 50 bis 100 Euro 75 Euro
Tanten und Onkel 50 bis 100 Euro 75 Euro
Cousins, Cousinen 20 bis 50 Euro 30 Euro
Enge Freunde der Familie 30 bis 80 Euro 50 Euro
Bekannte, Nachbarn 10 bis 30 Euro 20 Euro
Arbeitskolleg innen der Eltern 10 bis 25 Euro 15 Euro

Die Paten haben in der Tabelle eine Sonderrolle. Mit der Konfirmation endet das Patenamt offiziell, was viele zum Anlass nehmen, ein größeres Abschiedsgeschenk zu machen. Wer Patenkind ist, kann also vom Patenonkel oder der Patentante einen deutlich höheren Betrag erwarten als von einem normalen Onkel oder einer Tante. Steelmonks beziffert die typische Patenschenkung mit 100 bis 200 Euro, in vermögenderen Familien auch mehr. Großeltern gelten als zweite Säule der größeren Geschenke, oft mit klaren Sparzwecken wie Führerschein, erste Wohnung oder Auslandsjahr im Hinterkopf.

Paten schenken 2026 üblicherweise zwischen 150 und 300 Euro zur Konfirmation, Großeltern zwischen 100 und 200 Euro
Paten schenken 2026 üblicherweise zwischen 150 und 300 Euro zur Konfirmation, Großeltern zwischen 100 und 200 Euro

Die unausgesprochene Hierarchie und wie du Missverhältnisse vermeidest

Hier liegt der heikelste Punkt jeder Konfirmationsfeier: die ungeschriebene Rangordnung. Eltern und Paten schenken oft das Doppelte oder Dreifache dessen, was Gäste der zweiten Reihe geben. Wer als entfernter Cousin 30 Euro überreicht und im Briefumschlag daneben liegt ein 250 Euro Schein der Patentante, merkt das schnell, spätestens wenn der Konfirmand die Karten öffnet. Drei Strategien helfen, peinliche Missverhältnisse zu vermeiden.

Erstens: kurze Rücksprache mit den Eltern oder dem anderen Paten. Das gilt nicht als unhöflich, sondern als rücksichtsvoll. Wer übergroße Geschenke macht, zwingt andere Verwandte in eine Position, die ihre finanziellen Möglichkeiten übersteigt. Zweitens: Beteiligung an der Feier oder größeren Anschaffungen einkalkulieren. Wer 200 Euro Restaurantkosten für die ganze Familie übernimmt, muss nicht zusätzlich 250 Euro in den Umschlag legen. Drittens: Sachgeschenk plus moderater Geldbetrag. Eine Armbanduhr, ein Schmuckstück oder ein Buch mit Widmung kombiniert mit 50 Euro wirkt persönlicher als der reine Geldumschlag und macht den Betrag weniger vergleichbar.

Die Evangelische Zeitung weist darauf hin, dass Geldgeschenke historisch ein junges Phänomen sind. Früher schenkte man dem Konfirmanden eine Bibel, ein Gesangbuch oder ein Schmuckstück mit Sinn. Heute liegen Bargeld und Gutschein klar vor allen anderen Geschenken: Laut Statista-Daten zu Anlassgeschenken in Deutschland 2025 ist der Geschenkgutschein beziehungsweise Bargeld bei 48 Prozent der Befragten das beliebteste Geschenk insgesamt. Bei Jugendlichen liegt das Verhältnis noch klarer zugunsten von Bargeld, weil Gutscheine an einen bestimmten Händler binden und Jugendliche oft schon konkrete Wünsche wie Smartphone, Führerschein oder Konzertticket im Kopf haben.

Bargeld, Gutschein oder Sachgeschenk

Die Faustregel lautet: Bargeld bei großen Summen ab 100 Euro, Gutschein oder Sachgeschenk bei kleineren Beträgen unter 50 Euro. Begründung: Größere Geldbeträge legen Jugendliche sinnvoll auf einem Tagesgeld oder ETF-Sparplan an, wo sie bis zum Führerschein oder Auslandsjahr wachsen. Ein 200 Euro Gutschein für einen Modeladen ist dagegen schnell ausgegeben und nutzt sich ab. Bei 20 oder 30 Euro lohnt die Anlage nicht, da macht ein Gutschein für die Lieblingskette oder ein kleines Sachgeschenk mehr Freude.

Die Berliner Sparkasse empfiehlt für Geldgeschenke ab 500 Euro die Anlage in einen Banksparplan oder ETF, weil der Zinseszinseffekt bei einem Anlagehorizont von vier bis sechs Jahren bis zum 18. Geburtstag spürbar wirkt. 200 Euro im Sparplan mit angenommen 4 Prozent Rendite werden in sechs Jahren zu rund 253 Euro. Wer als Pate also einen Beitrag zum Führerschein leisten will, kann den Geldbetrag direkt in ein Junior-Depot der Eltern überweisen lassen.

Betrag Empfohlene Form Begründung
10 bis 30 Euro Gutschein oder Sachgeschenk Anlage lohnt nicht, Konsumzweck im Vordergrund
30 bis 80 Euro Bargeld in Karte oder kleiner Gutschein Flexibilität, sofortige Verwendung möglich
80 bis 200 Euro Bargeld, idealerweise mit Sparhinweis Sparpotenzial für Führerschein, Reise, Technik
ab 200 Euro Bargeld oder Überweisung in Sparplan Echter Anlagehorizont, Zinseszins wirkt

Was bei aller Statistik bleibt: Geld ist kein Liebesbeweis. Wer das verstanden hat, gerät auch nicht in den Stress, mehr schenken zu müssen, als er sich leisten kann. Eine handgeschriebene Karte mit 50 Euro vom Studenten-Onkel ist mehr wert als ein lustlos gefüllter Umschlag von der berufstätigen Tante mit 200 Euro. Die soziale Stafette läuft eher in die andere Richtung: Wer als Pate weniger gibt, als die Familie erwartet, gerät ins Gerede. Wer mehr gibt, übersetzt sich Sympathie. Das ist nicht fair, aber so ist es.

Bargeld ist 2026 bei 48 Prozent der Geschenkkäufer das beliebteste Geschenk, klar vor dem Gutschein
Bargeld ist 2026 bei 48 Prozent der Geschenkkäufer das beliebteste Geschenk, klar vor dem Gutschein

Was bei Erstkommunion anders ist

Die Erstkommunion findet katholisch deutlich früher statt, in der Regel mit acht oder neun Jahren. Die Beträge liegen entsprechend niedriger, weil Acht-Jährige weder einen Führerschein noch ein Auslandsjahr im Blick haben und die Eltern das Geld faktisch verwalten. Üblich sind hier: Paten 50 bis 150 Euro, Großeltern 50 bis 100 Euro, Tanten und Onkel 20 bis 50 Euro. Das Sachgeschenk hat bei der Erstkommunion einen höheren Stellenwert. Eine Kinderbibel, eine Kette mit Kreuz, ein Fotoalbum oder ein erstes Fahrrad sind klassische Geschenke, die zur Erstkommunion passen, weil sie den Anlass würdigen, ohne dem Kind sofort Bargeld in die Hand zu drücken.

Die Firmung katholisch wiederum ist altersmäßig vergleichbar mit der evangelischen Konfirmation, deshalb gelten dort die gleichen Richtwerte wie in der Tabelle oben. Auch bei der Jugendweihe, die vor allem in Ostdeutschland verbreitet ist und nach Angaben des Hauses der Geschichte rund ein Drittel der 14-Jährigen im Osten betrifft, sind die Beträge ähnlich gestaffelt. Paten gibt es bei der Jugendweihe traditionell nicht, dafür übernehmen Großeltern und enge Familienfreunde häufig die Rolle der größeren Schenker.

Was du jetzt tun solltest

Frag bei Eltern oder anderen Paten kurz nach, in welcher Größenordnung sich die Familie bewegt. Das ist keine Indiskretion, sondern guter Stil. Wer Patenkind oder Großeltern ist, plant 150 bis 250 Euro ein und überweist den Betrag möglichst nicht in den Umschlag, sondern direkt in ein Sparbuch oder Junior-Depot, das die Eltern für das Kind führen. Wer Tante, Onkel oder Cousine ist, liegt mit 50 bis 100 Euro im sozial üblichen Rahmen. Wer Bekannter oder Nachbar ist, gibt 20 bis 30 Euro, gerne kombiniert mit einem kleinen Sachgeschenk wie einem Buch oder einer schönen Karte. Und unabhängig vom Betrag: Lege die Karte oben auf den Umschlag, nicht ins Couvert. Die Konfirmandin will später wissen, von wem das Geschenk kam.

Weiterführende Links

Evangelische Kirche in DeutschlandKonfirmation Statistikekd.de
Deutsche BischofskonferenzKirchenstatistik 2024dbk.de
BialloWie viel Geld schenkt man zur Konfirmationbiallo.de
Berliner SparkasseGeldgeschenke zur Jugendweihe und Konfirmationberliner-sparkasse.de