Der größte Stromfresser an einer Gas- oder Ölheizung läuft auch dann weiter, wenn draußen 25 Grad sind: die Umwälzpumpe. Eine alte, ungeregelte Pumpe zieht laut Deutscher Energie-Agentur (dena) zwischen 500 und 800 Kilowattstunden pro Jahr. Bei einem Strompreis von 30 Cent macht das 150 bis 240 Euro, die in den Sommermonaten zum großen Teil sinnlos verbraucht werden. Die Lösung heißt Sommerbetrieb: ein Modus, in dem das Heizgerät nur noch Warmwasser bereitet und die Heizpumpe ruht. Bei einer Wärmepumpe ist die Sache komplizierter, denn die darfst du im Sommer auf keinen Fall stromlos schalten. Hier liest du, wann sich das Abschalten lohnt, wann es schadet und wie du den Sommerbetrieb konkret aktivierst.
Warum die Heizpumpe der heimliche Stromfresser ist
Auch eine Gas- oder Ölheizung braucht Strom, allein schon für die Umwälzpumpe, die das warme Wasser durch die Heizkörper drückt. Bei alten Anlagen, die vor 2013 eingebaut wurden, läuft diese Pumpe oft das ganze Jahr durch, 24 Stunden täglich, mit konstanter Leistung zwischen 40 und 100 Watt. Ergebnis: 500 bis 800 Kilowattstunden im Jahr, in vielen Haushalten der zweitgrößte Einzelposten auf der Stromrechnung nach dem Kühlschrank.
| Pumpentyp | Leistung | Jahresverbrauch | Stromkosten pro Jahr (30 ct/kWh) |
|---|---|---|---|
| Alte ungeregelte Pumpe (vor 2013) | 40 bis 100 Watt | 500 bis 800 kWh | 150 bis 240 Euro |
| Geregelte Standardpumpe | 25 bis 40 Watt | 200 bis 350 kWh | 60 bis 105 Euro |
| Hocheffizienzpumpe (ab 2013, ErP) | 7 bis 20 Watt | 50 bis 125 kWh | 15 bis 38 Euro |
Seit 1. August 2015 dürfen in Deutschland nach Ökodesign-Richtlinie nur noch Hocheffizienzpumpen mit einem Energie-Effizienz-Index (EEI) von höchstens 0,23 verbaut werden. Wenn deine Heizung neuer ist als zehn Jahre, sitzt mit hoher Wahrscheinlichkeit schon eine moderne Pumpe drin. Wenn sie vor 2013 eingebaut wurde, ist die Pumpe der lohnendste Stromfresser im ganzen Keller.
Wann sich Sommerbetrieb richtig lohnt
Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg empfiehlt, sobald die Nachttemperaturen dauerhaft über 12 bis 15 Grad liegen, auf Sommerbetrieb umzustellen. In diesem Modus schaltet das Gerät die Heizfunktion ab, die Pumpe steht still und nur die Warmwasserbereitung läuft weiter. Je nach Pumpenalter und Heizungstyp sieht die Rechnung sehr unterschiedlich aus.
| Heizungstyp | Sommerbetrieb sinnvoll? | Mögliche Ersparnis pro Jahr |
|---|---|---|
| Gas-Brennwert mit alter Pumpe (vor 2013) | Ja, klar lohnend | 100 bis 180 Euro |
| Öl-Brennwert mit alter Pumpe | Ja, klar lohnend | 100 bis 180 Euro |
| Gas- oder Ölheizung mit Hocheffizienzpumpe | Ja, aber überschaubar | 15 bis 40 Euro |
| Pelletheizung | Ja, automatisch | 20 bis 60 Euro |
| Wärmepumpe | Nein, nicht komplett abschalten | 0 Euro (gefährlich) |
| Fernwärme | Meist nicht nötig (Anbieter steuert) | 0 bis 20 Euro |
Die spannende Stelle in dieser Tabelle ist die untere Hälfte. Moderne Anlagen schalten ohnehin automatisch in den Sommerbetrieb, sobald die Außenfühlerwerte über der Heizgrenze liegen, meist 15 bis 17 Grad. Wer eine Hocheffizienzpumpe hat, holt mit dem Drehknopf-Modus oft nur noch 30 bis 40 Euro pro Jahr heraus. Das ist nicht nichts, aber kein dramatischer Hebel. Lohnenswert wird die Sache erst bei einer alten Pumpe, und genau die ist auch der Kandidat für einen Tausch.

So aktivierst du den Sommerbetrieb am Brennwertgerät
An den meisten Gas- und Öl-Brennwertgeräten der letzten zehn Jahre findest du am Bedienfeld ein Wasserhahn-Symbol. Das ist der Sommerbetrieb. Drehst du den Wahlschalter dorthin, schaltet das Gerät die Raumheizung ab und macht nur noch Warmwasser. Die genaue Bezeichnung variiert je nach Hersteller.
- Bosch, Buderus, Junkers: Heizungsregler auf Symbol "Wasserhahn" stellen, dann Vorlauftemperatur für Warmwasser separat einstellen (meist 55 bis 60 Grad).
- Vaillant ecoTEC: Drehrad auf das Wasserhahn-Symbol drehen oder im Menü "Betriebsart" auf "Warmwasser" wechseln.
- Viessmann Vitodens: Im Display unter "Heizbetrieb" auf "Aus" stellen, "Warmwasserbetrieb" bleibt aktiv.
- Wolf, Brötje, Weishaupt: Vergleichbare Wahlschalter, Symbol oft daneben oder Menüpunkt "Sommerbetrieb".
Wichtig: Die Thermostatventile an den Heizkörpern drehst du jetzt nicht auf null, sondern voll auf, also Stufe fünf. Sonst klemmen die Ventile in der Nichtbenutzungsphase fest, und im Herbst springt der Heizkörper nicht mehr an, das warnt die Verbraucherzentrale Thüringen ausdrücklich. Falls deine Heizung einen Außentemperaturfühler hat, prüfe zusätzlich die Heizgrenztemperatur. Sie liegt meist bei 15 bis 17 Grad und sorgt dafür, dass sich das Gerät bei einem Kälteeinbruch automatisch wieder einschaltet.
Wenn du das Gerät ohne weiteres Menü komplett abschalten willst, geht das bei Brennwertgeräten in der Regel ebenfalls. Aber: Die Pumpe sollte einmal im Monat kurz laufen, sonst kann sie festsitzen. Praktisch lässt sich das mit dem Sommerbetrieb umgehen, weil das Gerät bei der Warmwasserbereitung die Pumpe ohnehin sporadisch antreibt.
Wärmepumpe im Sommer: Bitte nicht ausstecken
Wer eine Wärmepumpe besitzt, sollte den Stecker im Sommer auf keinen Fall ziehen. Auch wenn die Heizfunktion nicht gebraucht wird, übernimmt das Gerät weiterhin drei Aufgaben:
- Warmwasserbereitung: Im Sommer ist die Außenluft warm, die Wärmepumpe arbeitet jetzt besonders effizient. Eine Jahresarbeitszahl von 4 und mehr ist realistisch.
- Legionellenschutz: Einmal pro Woche heizt die Wärmepumpe den Speicher kurz auf mindestens 60 Grad auf. Das tötet Bakterien im Warmwasserkreislauf und ist Pflicht nach DIN 1988-200.
- Frostschutzlogik: Auch im Standby überwacht die Steuerung die Außenfühler. Fallen die Temperaturen unter eine Schwelle, fährt die Pumpe automatisch hoch, damit das Heizungswasser nicht einfriert.
Stromlos schalten würde also den Speicher kalt werden lassen, den Legionellenschutz deaktivieren und im schlimmsten Fall die Frostschutzlogik aushebeln. Bei modernen Anlagen ist der Standby-Verbrauch ohnehin gering: 16 bis 17 Watt für die Steuerung sind typisch, das macht im Jahr keine 50 Euro. Statt Abschalten lieber im Menü die Heizfunktion auf "Aus" oder "Sommer" stellen, die Warmwassertemperatur etwas absenken (zum Beispiel auf 50 statt 55 Grad) und den Legionellenschutz weiterlaufen lassen.

Wann ein Pumpentausch mehr bringt als Abschalten
Hat dein Heizungskeller noch eine ungeregelte Pumpe von vor 2013, lohnt sich der Tausch oft mehr als die Sommer-Routine. Die wichtigsten Indizien dafür: ein Gehäuse mit Drehzahl-Wahlschalter (drei Stufen, mechanisch), keine LED, keine Display-Anzeige und ein Typenschild mit Watt-Angaben um 70 oder höher. Hocheffizienzpumpen tragen das Kürzel "ErP" auf dem Label und haben meist eine digitale Anzeige.
Eine neue Hocheffizienzpumpe kostet inklusive Einbau zwischen 400 und 500 Euro. Sie spart laut Verbraucherzentrale-Energieberatung bis zu 90 Prozent Strom, also rund 100 bis 200 Euro pro Jahr. Die Pumpe rechnet sich also nach zwei bis fünf Jahren. Wer den Tausch zusammen mit einem hydraulischen Abgleich macht, bekommt vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) im Rahmen der Heizungsoptimierung 15 Prozent Zuschuss auf förderfähige Kosten, plus weitere 5 Prozent, wenn die Maßnahme Teil eines individuellen Sanierungsfahrplans ist. Mindestinvestitionsvolumen sind 300 Euro brutto, der Antrag muss vor Auftragsvergabe erfolgen.
Ein Hinweis zur Reihenfolge: Sommerbetrieb erst aktivieren, wenn die Heizperiode wirklich vorbei ist. Wer im April voreilig abschaltet, riskiert kalte Bäder bei einem Rückschlag der Witterung. Außerdem an die monatliche kurze Aktivierung denken (zum Beispiel über einen kurzen Warmwasser-Zapfvorgang), damit sich die Pumpenwelle nicht festsetzt. Das ist der häufigste Grund, warum eine Heizung im Herbst nicht mehr anspringt.
Was du jetzt tun kannst
Geh in den Keller und schau dir die Umwälzpumpe an. Steht "ErP" auf dem Label oder zeigt ein kleines Display Watt-Werte unter 25 an, hast du eine Hocheffizienzpumpe und holst mit Sommerbetrieb nur noch 15 bis 40 Euro pro Jahr heraus. Trotzdem: Pumpe schadet nichts, weil moderne Brennwertgeräte den Modus ohnehin automatisch oder per Menü anbieten. Hat deine Pumpe einen mechanischen Drei-Stufen-Wahlschalter und keine Anzeige, ist sie vermutlich aus der Vor-2013-Generation und kostet dich 150 bis 240 Euro Strom im Jahr. Dann sind Sommerbetrieb plus Pumpentausch die Pflichtaufgaben. Den BAFA-Antrag stellst du online über das Antragsportal, der Energieberater der Verbraucherzentrale (Kosten pro Stunde vor Ort: 30 Euro, gefördert) macht auf Wunsch den hydraulischen Abgleich und attestiert die Förderfähigkeit. Wer eine Wärmepumpe hat, lässt die Anlage am Netz, senkt die Warmwassertemperatur um 5 Grad und prüft im Menü, ob der Heizbetrieb auf "Sommer" oder "Aus" steht. Den Stecker zieht man nicht.