Die Hundstage 2026 laufen vom 23. Juli bis zum 23. August, also rund einen Monat lang über den Hochsommer hinweg. Gemeint ist damit nicht ein Wetterereignis im engeren Sinn, sondern ein fester Kalenderzeitraum, der statistisch oft die heißeste Phase des Jahres in Mitteleuropa abdeckt. Der Name hat nichts mit hechelnden Hunden zu tun, auch wenn das nahe liegt. Er stammt aus der Antike und verweist auf einen Stern. Was hinter dem Begriff steckt, warum er astronomisch betrachtet heute eigentlich nicht mehr passt, wie heiß diese Wochen wirklich werden und worauf du in der Hitze achten solltest, steht in diesem Artikel.
Wann genau sind die Hundstage 2026?
Die Hundstage sind ein starres Datum: vom 23. Juli bis zum 23. August. Das gilt jedes Jahr gleich, 2026 also ebenso wie 2025 oder 2027. Anders als bei beweglichen Terminen wie Ostern oder dem Siebenschläfertag musst du nichts ausrechnen, der Zeitraum verschiebt sich nicht.
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen dem Kalenderbegriff und dem tatsächlichen Wetter. Die Hundstage versprechen keine garantierte Hitze. 2025 zum Beispiel fiel der Zeitraum ausgesprochen kühl aus, der Deutsche Wetterdienst titelte dazu spöttisch von einem "kalten Hund" statt von Hundstagen. Der Begriff markiert also ein Zeitfenster, in dem Hitze besonders wahrscheinlich ist, keine Wettervorhersage.
| Begriff | Zeitraum | Typ |
|---|---|---|
| Hundstage | 23. Juli bis 23. August | fester Kalenderzeitraum |
| Eisheilige | 11. bis 15. Mai | Witterungssingularität (Lostage) |
| Schafskälte | rund 4. bis 20. Juni | Witterungssingularität |
| Siebenschläfertag | 27. Juni | einzelner Lostag |
Meteorologen ordnen die Hundstage als sogenannte Singularität ein. Das bezeichnet ein Witterungsphänomen, das statistisch gehäuft in einem bestimmten Zeitraum auftritt. Laut Deutschem Wetterdienst gelangt Ende Juli und Anfang August besonders häufig sehr warme bis heiße Luft aus dem Mittelmeerraum nach Mitteleuropa. Genau das macht diese Wochen oft zur heißesten Phase des gesamten Jahres.
Woher kommt der Name Hundstage?
Der Name geht auf den Stern Sirius zurück, den hellsten Stern am gesamten Nachthimmel. Sirius ist der Hauptstern im Sternbild Großer Hund, lateinisch Canis Major. Deshalb trägt er den Beinamen Hundsstern. Die Römer nannten den Zeitraum dies caniculares, also Hundstage, und der Begriff ist nach Angaben des DWD rund 6000 Jahre alt.
Entscheidend ist der sogenannte heliakische Aufgang: der Moment, an dem ein heller Stern nach einer Phase der Unsichtbarkeit zum ersten Mal wieder kurz vor Sonnenaufgang am Morgenhimmel auftaucht. In der Antike fiel dieser erste Wiederaufgang des Sirius mit dem Beginn der heißesten Wochen zusammen. Im alten Ägypten kündigte er zusätzlich die jährliche Nilschwelle an, ein fest in den Kalender eingebautes Naturereignis.
Die Griechen erklärten sich die Hitze mythologisch. Sie nahmen an, das Licht der Sonne verschmelze in diesen Wochen mit dem "Feuer" des Sirius, und diese Kombination heize die Erde zusätzlich auf. Das ist physikalisch Unsinn, denn Sirius ist über acht Lichtjahre entfernt und steuert exakt null Grad zur sommerlichen Hitze bei. Wie viel Wärme tatsächlich von oben kommt, liefert allein die Sonne. Welche Größenordnung dahintersteckt, zeigt der Artikel Wie heiß ist die Sonne.
Warum der Name heute nicht mehr passt
Hier kommt der überraschende Teil. Der Name Hundstage feiert ein astronomisches Ereignis, das in dem Zeitraum, den wir Hundstage nennen, längst nicht mehr stattfindet.
Schuld ist die Präzession der Erdachse. Die Erde dreht sich nicht nur, sie taumelt zusätzlich extrem langsam wie ein Kreisel, mit einer vollen Umdrehung in rund 26.000 Jahren. Dadurch verschieben sich die scheinbaren Sternpositionen über die Jahrtausende. Der heliakische Aufgang des Sirius, der vor 6000 Jahren mitten in den Hochsommer fiel, hat sich seither um etwa vier Wochen nach hinten verschoben.
Das Ergebnis: In Mitteleuropa geht Sirius heute erst Ende August oder Anfang September wieder mit der Sonne auf, nach Angaben des DWD frühestens ab dem 30. August. Das Sternereignis, das den Hundstagen ihren Namen gab, passiert also erst, wenn die kalendarischen Hundstage schon vorbei sind. Wer den ersten Wiederaufgang des Hundssterns am Morgenhimmel sieht, blickt heute nicht in den Hochsommer, sondern auf den nahenden Herbst. Der Name ist damit ein 6000 Jahre altes Etikett, das die Wirklichkeit überholt hat.

Wie heiß werden die Hundstage wirklich?
Der Klimawandel macht aus dem alten Kalenderbegriff ein zunehmend brisantes Zeitfenster. Als heißen Tag definiert der DWD jeden Tag, an dem die Höchsttemperatur 30 Grad übersteigt. Genau diese Tage häufen sich, und sie häufen sich vor allem im Hundstage-Fenster zwischen Ende Juli und Mitte August.
Die Zahlen sind deutlich. Laut Umweltbundesamt lag die Zahl der heißen Tage in den 1950er Jahren bundesweit im Mittel bei rund drei pro Jahr. Heute sind es im Schnitt etwa zehn, in ausgeprägten Hitzejahren deutlich mehr: 2018 wurden im bundesweiten Mittel rund 20 heiße Tage gezählt, ähnlich viele in den Jahren 2003 und 2015. Die Zahl der heißesten Tage hat sich seit den 1950er Jahren also grob verdreifacht. Den Spitzenwert hält der 25. Juli 2019, an dem in Duisburg-Baerl und Tönisvorst 41,2 Grad gemessen wurden, der bis heute gültige deutsche Temperaturrekord. Dieses Datum liegt mitten in den Hundstagen.
| Zeitraum | Heiße Tage pro Jahr (Mittel) | Einordnung |
|---|---|---|
| 1950er Jahre | rund 3 | historischer Ausgangswert |
| heute (Mittel) | rund 10 | etwa verdreifacht |
| Hitzejahre 2003, 2015, 2018 | bis rund 20 | Ausreißer nach oben |
| 2025 | 11,1 | nahe am aktuellen Mittel |
Für dich heißt das praktisch: Die Hundstage sind nicht bloß ein hübscher Kalendername, sondern statistisch das Zeitfenster mit dem höchsten Hitzerisiko des Jahres. Wer in dieser Zeit Urlaub plant, draußen arbeitet oder eine schlecht gedämmte Dachwohnung bewohnt, trifft die heißesten Wochen am wahrscheinlichsten genau hier.
Welche Folgen Hitze hat und welche Bauernregeln dahinterstecken
Mit den Hundstagen verbinden sich seit jeher Wetterprognosen. Überliefert sind etwa die Bauernregeln "Hundstage heiß und schwül, braucht der Bauer Hände viel" und "Hundstage heiß, Winter lange weiß". Solche Lostag-Regeln sind keine exakte Wissenschaft, treffen aber im langjährigen Mittel häufiger zu als der reine Zufall, weil sie auf jahrhundertelanger Beobachtung von Witterungssingularitäten beruhen.
Spannender als die Bauernregeln sind die handfesten Folgen anhaltender Hitze. Über mehrere heiße Tage hinweg kühlen auch die Nächte oft nicht mehr unter 20 Grad ab. Solche Tropennächte belasten den Kreislauf zusätzlich, weil dem Körper die nächtliche Erholungsphase fehlt. Das Umweltbundesamt führt Hitze als ernstzunehmendes Gesundheitsrisiko, in heißen Sommern sterben in Deutschland mehrere tausend Menschen an den Folgen von Hitze, vor allem ältere und vorerkrankte.

Worauf du in der Hundstage-Hitze achten solltest
Weil die Hundstage statistisch die heißeste Phase des Jahres treffen, lohnt es sich, ein paar Punkte konkret im Blick zu behalten. Sie kosten wenig Aufwand und können im Ernstfall vor Kreislaufkollaps, Lebensmittelvergiftung oder einer teuren Tierarztrechnung bewahren.
- Kreislauf: Trinke über den Tag verteilt mehr als sonst, meide körperliche Anstrengung in der Mittagshitze und lüfte nachts und früh morgens, wenn es draußen kühler ist als drinnen. Wer die Warnzeichen kennt, reagiert früher. Den Unterschied erklärt der Artikel Unterschied Sonnenstich und Hitzschlag.
- Medikamente: Manche Wirkstoffe vertragen Hitze schlecht oder verändern bei hohen Temperaturen ihre Wirkung, etwa Blutdruckmittel oder Entwässerungstabletten. Welche das sind, steht in Welche Medikamente bei Hitze gefährlich sind.
- Lebensmittel: Bei über 30 Grad verderben empfindliche Lebensmittel binnen Stunden, auf dem Balkon oder im Auto noch schneller. Wie lange was hält, zeigt Wie lange Lebensmittel bei Hitze halten.
- Hunde: Die größte Ironie der Hundstage: Sie haben mit Hunden zwar nichts zu tun, doch gerade Hunden setzt die Hitze massiv zu. Sie können nicht schwitzen und überhitzen schnell. Ein geparktes Auto wird in der Sonne binnen Minuten zur tödlichen Falle, kühles Wasser und Schatten sind in dieser Zeit Pflicht.
Wer diese vier Punkte über den Zeitraum vom 23. Juli bis 23. August beachtet, kommt durch die heißesten Wochen des Jahres deutlich entspannter und sicherer.