Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kostet 2026 inklusive Einbau meist zwischen 25.000 und 40.000 Euro, eine Erdwärmepumpe mit Bohrung 40.000 bis 55.000 Euro. Das klingt nach viel Geld, ist aber nur die halbe Wahrheit: Die KfW übernimmt seit dem 21. Juli 2026 je nach Einkommen 30 bis 80 Prozent der förderfähigen Kosten, maximal 22.400 Euro. Wer den vollen Fördersatz bekommt, zahlt für die Wärmepumpe am Ende weniger als für eine neue Gasheizung. Dieser Artikel rechnet durch, was die einzelnen Typen kosten, wie die neue Förderung funktioniert, was der Betrieb kostet und in welcher Reihenfolge du den Antrag stellen musst.
Anschaffung und Einbau: Das kosten die Wärmepumpen-Typen
Der Gerätepreis ist nur ein Teil der Rechnung. Dazu kommen Einbau, hydraulischer Abgleich, oft ein Pufferspeicher und je nach Typ die Erschließung der Wärmequelle. Bei einer Erdsondenbohrung schlagen allein 5.000 bis 10.000 Euro extra zu Buche.
| Wärmepumpen-Typ | Gerät + Einbau (brutto) | Eigenanteil nach 46 % Förderung* |
|---|---|---|
| Luft-Wasser-Wärmepumpe | 25.000 bis 40.000 € | ca. 12.100 bis 27.100 € |
| Sole-Wasser (Erdwärme mit Bohrung) | 40.000 bis 55.000 € | ca. 27.100 bis 42.100 € |
| Warmwasser-Wärmepumpe (nur Brauchwasser) | 3.000 bis 5.000 € | keine Heizungsförderung |
*46 Prozent = Grundförderung plus Klimageschwindigkeits-Bonus, gedeckelt auf 28.000 Euro förderfähige Kosten (max. 12.880 € Zuschuss). Die Warmwasser-Wärmepumpe ersetzt keine Heizung und läuft deshalb nicht über die KfW-Heizungsförderung.
Die Spannen sind bewusst breit, denn der Markt ist es auch. Die Verbraucherzentrale Brandenburg hat bei Angebotsvergleichen für vergleichbare Anlagen Preisunterschiede von bis zu 300 Prozent festgestellt. Drei bis vier Angebote einzuholen ist bei der Wärmepumpe keine Fleißaufgabe, sondern kann fünfstellige Beträge sparen. Wie das Gerät technisch arbeitet und warum die Vorlauftemperatur über die Effizienz entscheidet, erklärt der Artikel zur Funktionsweise der Wärmepumpe. Ob dein Haus überhaupt geeignet ist, klärt der Ratgeber zur Wärmepumpe im Altbau.
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AnzeigeKfW-Förderung: Seit dem 21. Juli 2026 gelten neue Regeln
Die Heizungsförderung wurde zum 21. Juli 2026 umgebaut. Die maximal förderfähigen Kosten sanken von 30.000 auf 28.000 Euro für die erste Wohneinheit, und sie sinken laut KfW ab Februar 2027 alle sechs Monate um weitere 750 Euro. Gleichzeitig wurde der Einkommensbonus gestaffelt und der Förderdeckel von 70 auf 80 Prozent angehoben.
| Förderbaustein | Satz seit 21.07.2026 | Voraussetzung |
|---|---|---|
| Grundförderung | 30 % | Heizungstausch auf Wärmepumpe, alle Antragsteller |
| Klimageschwindigkeits-Bonus | 16 % | Selbstnutzer, Austausch funktionsfähiger Öl-, Kohle- oder Nachtspeicherheizung oder mind. 20 Jahre alter Gasheizung |
| Einkommensbonus | 40 / 30 / 10 % | Zu versteuerndes Haushaltseinkommen bis 30.000 / 40.000 / 50.000 € |
| Familienzuschlag | rechnerisch minus 10.000 € Einkommen | Mindestens ein minderjähriges Kind im Haushalt |
| Maximal gesamt | 80 % = bis zu 22.400 € | Deckel auf 28.000 € förderfähige Kosten |
Der frühere Effizienzbonus von 5 Prozent für natürliche Kältemittel ist ersatzlos entfallen, der Klimageschwindigkeits-Bonus schrumpfte von 20 auf 16 Prozent. Kontraintuitiv ist: Für Haushalte mit niedrigem Einkommen ist die Reform ein Plus. Der maximale Zuschuss stieg von 21.000 auf 22.400 Euro, weil der neue 80-Prozent-Deckel die Kürzung beim Kostenrahmen überkompensiert. Verlierer sind Durchschnittsverdiener über 50.000 Euro, die jetzt statt 55 nur noch 46 Prozent bekommen. Der Klimabonus schmilzt zudem weiter ab: ab Februar 2027 auf 12 Prozent, ab August 2027 auf 8 Prozent. Warten wird also jedes halbe Jahr messbar teurer.
Wärmepumpe gegen neue Gasheizung: Die 15-Jahres-Rechnung
Eine neue Gasbrennwertheizung kostet mit Einbau rund 12.000 Euro und wirkt damit auf den ersten Blick unschlagbar günstig. Die Rechnung kippt, sobald Betriebskosten und CO2-Preis dazukommen. 2026 liegt der CO2-Preis im Korridor von 55 bis 65 Euro pro Tonne, bei 20.000 kWh Gasverbrauch sind das schon 242 bis 286 Euro Abgabe pro Jahr. Ab 2028 übernimmt der EU-Emissionshandel ETS2: Zum Start soll der Preis bei rund 45 Euro gedeckelt bleiben, Prognosen für 2030 reichen von 100 bis 160 Euro pro Tonne. Wer die Abgabe trägt und wie sie sich zusammensetzt, steht im Artikel zur CO2-Abgabe bei Heizkosten.
Die Beispielrechnung: Einfamilienhaus mit 20.000 kWh Wärmebedarf pro Jahr, Gaspreis 11,6 Cent (Verivox-Durchschnitt für Bestandskunden, Juli 2026), Wärmepumpenstrom 20,7 Cent, Jahresarbeitszahl 3,4.
| Kostenblock über 15 Jahre | Neue Gasheizung | Luft-Wasser-Wärmepumpe |
|---|---|---|
| Anschaffung nach Förderung | 12.000 € (keine Förderung) | 19.120 € (32.000 € minus 46 %) |
| Energiekosten (15 Jahre) | ca. 34.800 € | ca. 18.300 € |
| CO2-Mehrkosten ab 2028 (geschätzt) | ca. 3.500 € | 0 € |
| Wartung, Schornsteinfeger | ca. 5.250 € | ca. 3.000 € |
| Gesamt | ca. 55.600 € | ca. 40.400 € |
Rund 15.000 Euro Vorsprung für die Wärmepumpe, und das im Mittelfall ohne Einkommensbonus. Mit vollem Fördersatz wird es noch deutlicher: 80 Prozent Zuschuss drücken den Eigenanteil der 32.000-Euro-Anlage auf 9.600 Euro. Die Wärmepumpe ist dann schon am Tag des Einbaus billiger als die Gasheizung. Dazu kommt das regulatorische Risiko: Was das Gebäudeenergiegesetz für Neugeräte noch zulässt, liest du im Artikel zu den ab 2026 erlaubten Heizungen.

Betriebskosten: Auf die Jahresarbeitszahl kommt es an
Die Jahresarbeitszahl (JAZ) gibt an, wie viele Kilowattstunden Wärme die Pumpe aus einer Kilowattstunde Strom macht. Das Fraunhofer ISE hat in seinem Feldtest "WP-QS im Bestand" 77 Anlagen über vier Jahre vermessen: Luft-Wasser-Wärmepumpen erreichten in Bestandsgebäuden im Schnitt eine JAZ von 3,4, Erdwärmepumpen 4,3. Die Effizienz hängt dabei nicht vom Alter des Hauses ab, sondern von der Vorlauftemperatur.
Für die Stromrechnung heißt das bei 20.000 kWh Wärmebedarf: 5.900 kWh Strom bei JAZ 3,4, nur 4.650 kWh bei JAZ 4,3. Entscheidend ist auch der Tarif. Wärmepumpenstrom kostet Neukunden laut Verivox im Schnitt 20,7 Cent pro Kilowattstunde, während Haushaltsstrom laut BDEW im Schnitt 37 Cent kostet (Stand April 2026). Voraussetzung ist ein separat gemessener, steuerbarer Anschluss nach Paragraf 14a EnWG. Wer den Spezialtarif nicht nutzt, zahlt bei gleicher Anlage fast das Doppelte für die gleiche Wärme: gut 2.180 statt 1.220 Euro im Jahr. Noch weiter drückt eigener Solarstrom die Rechnung, die Zahlen dazu stehen im Beitrag zu den Solaranlagen-Kosten 2026.
So läuft der Förderantrag: Erst die Zusage, dann der Auftrag
Die Reihenfolge entscheidet über die komplette Förderung. Seit dem 1. September 2024 gilt: Der Antrag muss vor dem Vorhabensbeginn gestellt sein. Wer den Einbau beauftragt, bevor die KfW-Zusage da ist, verliert den Zuschuss vollständig.
Der Ablauf in fünf Schritten:
- Angebote einholen und einen Fachbetrieb auswählen, am besten drei bis vier Vergleichsangebote.
- Vertrag mit Bedingung schließen: Der Liefer- oder Leistungsvertrag muss eine aufschiebende oder auflösende Bedingung enthalten, die ihn erst mit der Förderzusage wirksam macht. Diesen Vertrag verlangt die KfW als Antragsvoraussetzung.
- Bestätigung zum Antrag (BzA) vom Energieeffizienz-Experten oder Fachunternehmen erstellen lassen.
- Antrag im Portal "Meine KfW" stellen und die Zusage abwarten. Sie kommt bei Standardfällen oft innerhalb weniger Minuten bis Tage.
- Einbauen lassen, Nachweise einreichen, Auszahlung erhalten. Für den Restbetrag gibt es auf Wunsch den KfW-Ergänzungskredit von bis zu 120.000 Euro je Wohneinheit.

Worauf du jetzt achten solltest
Rechne zuerst deine Förderquote aus: Grundförderung plus Boni, gedeckelt bei 80 Prozent von 28.000 Euro. Liegt dein zu versteuerndes Haushaltseinkommen unter 50.000 Euro oder lebt ein minderjähriges Kind im Haushalt, prüfe den Einkommensbonus genau, hier liegen bis zu 11.200 Euro Unterschied. Hole mindestens drei Angebote ein und lass dir die Jahresarbeitszahl fürs konkrete Gebäude berechnen, nicht nur den Laborwert des Geräts. Kläre mit dem Betrieb, ob ein Wärmepumpenstromtarif mit separatem Zähler eingeplant ist, denn ohne ihn verschenkst du jedes Jahr mehrere hundert Euro. Und beauftrage nichts vor der KfW-Zusage. Wenn deine Heizung noch läuft, du aber 2027 oder später tauschen willst, kalkuliere den sinkenden Klimabonus ein: Dieselbe Anlage wird allein durch die Fördertreppe alle sechs Monate um mehrere hundert Euro teurer.