Eine schlüsselfertige Solaranlage für ein Einfamilienhaus kostet 2026 je nach Größe zwischen 7.000 und 15.000 Euro ohne Speicher, mit Batteriespeicher kommen meist 4.000 bis 7.000 Euro dazu. Umgerechnet zahlst du für kleinere Dachanlagen etwa 1.200 bis 1.700 Euro pro Kilowattpeak (kWp), größere Anlagen sind pro kWp deutlich günstiger. Das Überraschende dabei: Die Solarmodule selbst sind inzwischen fast der kleinste Posten auf der Rechnung. Dieser Artikel zeigt dir die aktuellen Preise pro kWp, Komplettpreise für 5, 7 und 10 kWp, die Nebenkosten, die in vielen Angeboten fehlen, und wo du bei Steuer und Förderung sparst.

Preis pro kWp: die wichtigste Rechengröße

Anbieter kalkulieren Solaranlagen über den Preis pro installiertem Kilowattpeak. Ein kWp entspricht grob zwei bis drei modernen Modulen und liefert in Deutschland etwa 900 bis 1.100 Kilowattstunden Strom pro Jahr. Je größer die Anlage, desto stärker verteilen sich Fixkosten wie Gerüst, Anfahrt und Netzanmeldung, deshalb sinkt der kWp-Preis mit der Anlagengröße.

Anlagengröße Preis pro kWp (schlüsselfertig, 2026)
5 kWp 1.400 bis 1.700 Euro
7 kWp 1.300 bis 1.550 Euro
10 kWp 1.200 bis 1.450 Euro
15 kWp und mehr 1.000 bis 1.300 Euro

Alle Preise sind Endpreise: Seit 2023 fällt auf Lieferung und Montage privater Photovoltaikanlagen bis 30 kWp keine Mehrwertsteuer mehr an, geregelt in Paragraf 12 Absatz 3 UStG. Brutto gleich netto, die früher fälligen 19 Prozent sind komplett gestrichen.

Ob sich die Investition rechnet, hängt neben dem Kaufpreis vor allem von deinem Eigenverbrauch ab. Wie du das durchrechnest, zeigt der Artikel wann sich eine Solaranlage lohnt.

Solaranlage planen lassen

Zwischen dem teuersten und dem günstigsten Angebot für dieselbe Anlage liegen oft mehrere Tausend Euro, ein Vergleich mehrerer Anbieter gehört deshalb vor jede Unterschrift.

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Komplettpreise: 5, 7 und 10 kWp mit und ohne Speicher

Für die Planung zählt der Gesamtpreis. Die folgenden Spannen bilden marktübliche Komplettangebote 2026 ab, inklusive Module, Wechselrichter, Unterkonstruktion, Montage und Inbetriebnahme. Beim Speicher ist jeweils eine zur Anlage passende Kapazität gerechnet.

Anlage Ohne Speicher Mit Speicher
5 kWp (ca. 40 m² Dach) 7.000 bis 8.500 Euro 10.500 bis 13.500 Euro (5 kWh)
7 kWp (ca. 55 m² Dach) 9.000 bis 11.000 Euro 13.500 bis 17.000 Euro (7 kWh)
10 kWp (ca. 75 m² Dach) 12.000 bis 14.500 Euro 16.000 bis 21.000 Euro (10 kWh)

Das deckt sich mit Auswertungen realer Angebote: Finanztip nennt für ein typisches Einfamilienhaus mit Batteriespeicher 2026 eine Spanne von 14.000 bis 20.000 Euro. Speicher kosten aktuell etwa 400 bis 700 Euro pro Kilowattstunde Kapazität, ein 10-kWh-Gerät also 4.000 bis 7.000 Euro. Noch 2023 lagen die Preise fast doppelt so hoch. Was der Speicher technisch leistet und welche Größe sinnvoll ist, erklärt der Artikel wie ein Stromspeicher funktioniert.

Wichtig bei jedem Angebot: Prüfe, ob dein Dach überhaupt die volle Belegung hergibt. Gauben, Schornsteine und Verschattung reduzieren die mögliche Leistung. Welche Dächer sich eignen, liest du unter welches Dach sich für eine Solaranlage eignet.

Die Überraschung: Hardware ist billig, Handwerk ist teuer

Man würde denken, der größte Kostenblock einer Solaranlage sind die Solarmodule. Tatsächlich ist es umgekehrt. Laut Fraunhofer ISE sind die Modulpreise seit 2010 um mehr als 90 Prozent gefallen. Ein Standardmodul mit 440 Watt kostet im Großhandel heute oft weniger als 60 Euro. Für eine komplette 10-kWp-Anlage macht die Modulhardware damit nur noch rund 1.300 bis 1.800 Euro aus, etwa 10 bis 15 Prozent des Endpreises.

Der Rest ist Wechselrichter, Unterkonstruktion, Verkabelung und vor allem: Arbeitszeit. Dachdecker- und Elektrikerstunden sind seit 2020 deutlich teurer geworden, während die Hardware immer billiger wurde. Zwei Monteure stehen bei einem Einfamilienhaus typischerweise zwei bis drei Tage auf dem Dach, dazu kommt ein Elektriker für den Anschluss. Deshalb unterscheiden sich Angebote für identische Technik so stark: Du kaufst 2026 nicht primär Module, du kaufst Handwerk.

Laut Fraunhofer ISE sind die Modulpreise seit 2010 um mehr als 90 Prozent gefallen, ein 440-Watt-Modul kostet im Großhandel oft unter 60 Euro
Laut Fraunhofer ISE sind die Modulpreise seit 2010 um mehr als 90 Prozent gefallen, ein 440-Watt-Modul kostet im Großhandel oft unter 60 Euro

Das erklärt auch, warum der Anlagenpreis kaum noch fällt, obwohl Module billiger werden: Der Hardware-Anteil ist zu klein, um den Endpreis zu bewegen. Wie die Technik dahinter arbeitet, vom Modul bis zum Wechselrichter, zeigt der Grundlagenartikel wie eine Solaranlage funktioniert.

Nebenkosten: Gerüst, Zählerschrank, Netzanmeldung

Seriöse Komplettangebote enthalten alle Positionen bis zur Inbetriebnahme. Bei Lockangeboten fehlen dagegen oft genau die Posten, die später teuer nachberechnet werden.

Position Typische Kosten 2026 Im Angebot enthalten?
Gerüst 400 bis 800 Euro (schwierige Lagen bis 2.000 Euro) Meist ja, prüfen
Zählerschrank-Umbau 1.500 bis 3.500 Euro Oft nicht, vorher klären
Netzanmeldung beim Netzbetreiber Übernimmt der Installateur, meist inklusive Ja
Eintrag im Marktstammdatenregister Kostenlos, machst du selbst online Entfällt

Der Zählerschrank ist der häufigste versteckte Kostenblock: Der Netzbetreiber verlangt beim Anschluss einer PV-Anlage einen Zählerplatz nach der aktuellen Anwendungsregel VDE-AR-N 4100, inklusive Platz für ein intelligentes Messsystem. In Häusern mit Baujahr vor 2000 erfüllt der alte Schrank diese Vorgaben häufig nicht und muss vor der Inbetriebnahme erneuert werden. Lass dir deshalb schriftlich bestätigen, ob der Umbau im Preis steckt.

Steuer und Förderung: 0 Prozent Mehrwertsteuer, KfW 270, Landesprogramme

Die wichtigste Förderung steckt seit 2023 direkt im Preis: der Nullsteuersatz nach Paragraf 12 Absatz 3 UStG. Bei einer 15.000-Euro-Anlage sparst du gegenüber der alten Rechtslage rund 2.850 Euro Mehrwertsteuer, ohne Antrag, ohne Formular.

Dazu kommt die Einspeisevergütung für überschüssigen Strom. Die Bundesnetzagentur weist für Anlagen bis 10 kWp, die zwischen dem 1. Februar und dem 31. Juli 2026 in Betrieb gehen, 7,78 Cent pro Kilowattstunde bei Teileinspeisung aus. Ab dem 1. August 2026 sinkt der Satz turnusmäßig auf 7,70 Cent. Details und die Sätze für Volleinspeisung findest du im Artikel zur Einspeisevergütung 2026.

Für die Finanzierung gibt es den KfW-Kredit 270 "Erneuerbare Energien Standard": bis zu 100 Prozent der Investitionskosten, Zinssatz bonitätsabhängig ab etwa 3,9 Prozent effektiv (Stand Mitte 2026), beantragt über deine Hausbank vor der Auftragsvergabe. Ein Zuschuss ist das nicht, aber oft günstiger als ein freier Ratenkredit. Zusätzlich legen einzelne Länder und Kommunen eigene Programme auf, etwa Berlin mit SolarPLUS für Speicher. Viele dieser Töpfe sind schnell ausgeschöpft, ein Blick auf die Seite deiner Kommune vor der Bestellung lohnt sich. In einigen Bundesländern ist Solar ohnehin keine freiwillige Entscheidung mehr, welche das sind, steht unter Solarpflicht 2026.

Batteriespeicher kosten 2026 etwa 400 bis 700 Euro pro Kilowattstunde, ein 10-kWh-Gerät damit 4.000 bis 7.000 Euro
Batteriespeicher kosten 2026 etwa 400 bis 700 Euro pro Kilowattstunde, ein 10-kWh-Gerät damit 4.000 bis 7.000 Euro

So drückst du den Preis: drei Angebote sind Pflicht

Der Solarmarkt 2026 ist ein Käufermarkt. Die Auftragsbücher der Installateure sind nicht mehr so voll wie 2022, und die Preisspanne zwischen Anbietern ist enorm: Für dieselbe 10-kWp-Anlage mit Speicher bekommst du Angebote zwischen 16.000 und über 22.000 Euro. Wer nur ein Angebot einholt, verschenkt deshalb schnell einen vierstelligen Betrag.

Konkret heißt das für dich: Hol mindestens drei Angebote ein, davon mindestens eines von einem regionalen Handwerksbetrieb und eines von einem überregionalen Anbieter. Vergleiche nicht den Gesamtpreis, sondern den Preis pro kWp und die Speicherkapazität pro Euro, sonst vergleichst du Äpfel mit Birnen. Prüfe jede Position der Nebenkosten, besonders Gerüst und Zählerschrank. Und unterschreibe nichts bei Haustürgeschäften oder unter Zeitdruck: Ein seriöser Anbieter lässt dir zwei Wochen Bedenkzeit. Mit drei vergleichbaren Angeboten auf dem Tisch verhandelst du aus einer starken Position, oft reicht schon der Hinweis auf das günstigste Konkurrenzangebot für einen spürbaren Nachlass.

Weiterführende Links

Fraunhofer ISEAktuelle Fakten zur Photovoltaik in Deutschlandise.fraunhofer.de
BundesnetzagenturEEG-Fördersätze für Photovoltaikbundesnetzagentur.de
KfWKredit 270 Erneuerbare Energien Standardkfw.de