Reis gehört zu den am häufigsten gegessenen Lebensmitteln weltweit. Rund die Hälfte der Weltbevölkerung isst ihn täglich. Trotzdem stehen viele Menschen vor der immer gleichen Frage: Wie viel Reis brauche ich eigentlich pro Person? Die kurze Antwort lautet 60 bis 80 Gramm trockener Reis als Beilage. Aber je nach Gericht, Reissorte und Anzahl der Gäste kann sich die Menge deutlich verschieben. Hier bekommst du alle Zahlen, Verhältnisse und Tipps, die du brauchst, um nie wieder zu wenig oder zu viel Reis auf dem Teller zu haben.
Die Grundregel: 60 bis 80 Gramm trockener Reis pro Person
Als Faustregel gilt: Für eine normale Beilage rechnest du mit 60 bis 80 Gramm ungekochtem Reis pro Person. Das entspricht etwa einer halben Tasse. Nach dem Kochen verdoppelt bis verdreifacht sich das Gewicht, je nach Sorte. Aus 70 Gramm trockenem Reis werden also rund 180 bis 210 Gramm gekochter Reis.
Diese Menge passt, wenn der Reis neben anderen Beilagen oder einem kräftigen Hauptgericht auf den Teller kommt. Ist Reis dagegen die Hauptrolle im Gericht, brauchst du mehr. Für ein Risotto, eine Reispfanne oder ein Curry, bei dem der Reis die tragende Basis bildet, planst du besser 100 bis 120 Gramm pro Person ein.
Noch ein Tipp: Lieber etwas mehr kochen als zu wenig. Übrig gebliebener Reis lässt sich am nächsten Tag wunderbar als gebratener Reis, in einem Auflauf oder als Reissalat verwerten. Kalter Reis enthält sogar mehr resistente Stärke, die als Ballaststoff wirkt und deinen Darm unterstützt.
Reismenge nach Gericht und Personenzahl
Die optimale Menge hängt stark davon ab, welches Gericht du zubereitest. Als Beilage zu einem Curry brauchst du weniger als für einen Milchreis, der komplett aus Reis besteht. Die folgende Tabelle zeigt dir die empfohlene Menge trockenen Reis pro Person und hochgerechnet für bis zu sechs Personen.
| Zubereitungsart | 1 Person | 2 Personen | 3 Personen | 4 Personen | 6 Personen |
|---|---|---|---|---|---|
| Beilage (Curry, Gemüse, Fleisch) | 60 g | 120 g | 180 g | 240 g | 360 g |
| Hauptgericht (Reispfanne, Bowl) | 100 g | 200 g | 300 g | 400 g | 600 g |
| Risotto | 80 g | 160 g | 240 g | 320 g | 480 g |
| Sushi (ca. 8 bis 10 Stück) | 100 g | 200 g | 300 g | 400 g | 600 g |
| Milchreis | 75 g | 150 g | 225 g | 300 g | 450 g |
| Beilage mit viel Soße (z. B. Thai) | 70 g | 140 g | 210 g | 280 g | 420 g |
Beachte: Diese Werte beziehen sich immer auf trockenen, ungekochten Reis. Wenn du bereits gekochten Reis abmessen möchtest, rechne etwa mit dem Faktor 2,5. Aus 100 Gramm trockenem Reis werden ungefähr 250 Gramm gekochter Reis.
Reissorten im Vergleich: Quellverhältnis, Kochzeit und Wassermenge
Nicht jeder Reis verhält sich beim Kochen gleich. Langkornreis wie Basmati bleibt locker und körnig, Rundkornreis wie Arborio wird cremig und weich. Auch die benötigte Wassermenge und Kochzeit unterscheiden sich erheblich. Die folgende Tabelle gibt dir eine Orientierung für die gängigsten Sorten.
| Reissorte | Wasser pro Tasse Reis | Kochzeit | Quellverhältnis (trocken zu gekocht) | Typische Gerichte |
|---|---|---|---|---|
| Basmati | 1,5 Tassen | 12 bis 15 Min. | 1 : 2,5 | Curry, Biryani, Dal |
| Jasmin | 1,5 Tassen | 12 bis 15 Min. | 1 : 2,5 | Thai Curry, Stir-Fry |
| Langkornreis (parboiled) | 1,5 Tassen | 15 bis 20 Min. | 1 : 2,5 | Universell einsetzbar |
| Rundkornreis (Arborio, Carnaroli) | 3 bis 4 Tassen (schrittweise) | 18 bis 25 Min. | 1 : 3 | Risotto, Milchreis |
| Sushi-Reis | 1,2 Tassen | 12 bis 15 Min. | 1 : 2,5 | Sushi, Onigiri |
| Vollkornreis (braun) | 2 Tassen | 35 bis 45 Min. | 1 : 3 | Bowls, Salate, Beilagen |
| Wildreis | 3 Tassen | 45 bis 60 Min. | 1 : 3,5 | Salate, Suppen, Beilagen |

Ein wichtiger Hinweis zum Quellverhältnis bei Risotto: Hier gibst du das Wasser (oder die Brühe) nicht auf einmal dazu, sondern Kelle für Kelle. Der Reis nimmt die Flüssigkeit langsam auf und gibt dabei Stärke ab, die das Gericht cremig macht. Deshalb brauchst du insgesamt mehr Flüssigkeit als bei der Quellmethode.
Tipps für perfekt gekochten Reis
Guter Reis gelingt nicht durch Zufall, sondern durch die richtige Technik. Hier sind die wichtigsten Grundlagen, die du beachten solltest.
Reis vor dem Kochen waschen. Das ist der wichtigste Schritt und wird trotzdem am häufigsten übersprungen. Spüle den Reis in einer Schüssel mit kaltem Wasser und gieße das trübe Wasser ab. Wiederhole das drei bis vier Mal, bis das Wasser weitgehend klar bleibt. Durch das Waschen entfernst du überschüssige Stärke, sodass der Reis nicht verklebt. Bei Risotto und Milchreis solltest du den Reis allerdings nicht waschen, denn hier ist die Stärke erwünscht.
Die Quellmethode nutzen. Bring den Reis mit der richtigen Menge Wasser und einer Prise Salz zum Kochen. Reduziere dann die Hitze auf die niedrigste Stufe, lege den Deckel auf und lass den Reis die angegebene Zeit quellen. Wichtig: Den Deckel nicht öffnen und nicht umrühren. Der Dampf im Topf ist entscheidend für gleichmäßig gegarten Reis.
Nach dem Kochen ruhen lassen. Nimm den Topf vom Herd und lass den Reis mit geschlossenem Deckel noch 5 bis 10 Minuten stehen. In dieser Zeit verteilt sich die Restfeuchtigkeit gleichmäßig, und das Ergebnis wird deutlich lockerer. Anschließend den Reis mit einer Gabel auflockern, nicht mit einem Löffel, da dieser die Körner zerdrückt.
Einen Topf mit dickem Boden verwenden. Dünne Topfböden verteilen die Hitze ungleichmäßig, was dazu führt, dass der Reis am Boden anbrennt, während er oben noch nicht gar ist. Ein schwerer Topf mit gut schließendem Deckel macht einen spürbaren Unterschied.
Alternativ: Reiskocher. Wer regelmäßig Reis kocht, für den lohnt sich ein Reiskocher. Er arbeitet nach der Quellmethode, schaltet automatisch in den Warmhaltemodus und liefert konstant gute Ergebnisse ohne Anbrennen.
Reste clever verwerten
Auch mit der besten Planung bleibt manchmal Reis übrig. Das ist kein Problem, denn gekochter Reis lässt sich vielseitig weiterverarbeiten. Wichtig ist, dass du ihn innerhalb einer Stunde nach dem Kochen in den Kühlschrank stellst. Im Kühlschrank hält sich gekochter Reis problemlos ein bis zwei Tage. Beim Aufwärmen solltest du ihn gründlich erhitzen, bis er durchgehend dampft.
Hier ein paar Ideen, was du aus Reisresten machen kannst:
- Gebratener Reis: Kalter Reis vom Vortag eignet sich sogar besser als frisch gekochter, weil er weniger Feuchtigkeit enthält und in der Pfanne schön knusprig wird. Einfach mit etwas Sesamöl, Gemüse, Ei und Sojasauce in einer heißen Pfanne schwenken.
- Reissalat: Kalter Reis mit Gurke, Paprika, Frühlingszwiebeln und einem Dressing aus Limette, Fischsauce und etwas Zucker ergibt eine leichte Mahlzeit.
- Reisbällchen (Onigiri): Aus klebrigem Reis lassen sich gefüllte Reisbällchen formen, etwa mit Lachs, Thunfisch oder eingelegtem Gemüse.
- Milchreis aus Resten: Übrig gebliebener Rundkornreis lässt sich mit Milch, Zucker und Zimt noch einmal aufkochen und als Dessert servieren.
- Einfrieren: Gekochter Reis lässt sich portionsweise einfrieren und hält sich im Gefrierfach etwa drei Monate. Am besten in flachen Beuteln einfrieren, damit er gleichmäßig auftaut.
Kurz zusammengefasst
Die richtige Reismenge hängt vom Gericht ab: 60 bis 80 Gramm trockener Reis als Beilage, 100 bis 120 Gramm als Hauptgericht. Das Quellverhältnis und die Kochzeit variieren je nach Sorte, aber mit der Quellmethode, gewaschenem Reis und einem guten Topf gelingt dir jede Variante. Und falls doch mal zu viel im Topf landet, freust du dich am nächsten Tag über gebratenen Reis, der mit kaltem Reis vom Vortag ohnehin am besten schmeckt.





