Kylian Mbappé hält mit 37,58 km/h den Rekord als schnellster Fußballer. Wer folgt ihm? Das aktuelle Top-10-Ranking mit Geschwindigkeiten im Vergleich.

Was Geschwindigkeit im Fußball wirklich bedeutet

Schnelligkeit ist nicht gleich Schnelligkeit. Im Fußball unterscheidet man drei Dimensionen: Reaktionsschnelligkeit, Antrittsschnelligkeit und Sprintausdauer. Ein Spieler, der blitzartig auf einen langen Ball reagiert, muss nicht zwingend der sein, der über 60 Meter die meisten Kilometer pro Stunde auf die Uhr bringt.

Die gefährlichste Kombination ist explosive Antrittsstärke auf den ersten fünf Metern, gepaart mit der Fähigkeit, auf Höchstgeschwindigkeit den Ball sauber zu verarbeiten. Genau das macht bestimmte Spieler so schwer zu verteidigen. Ein Verteidiger, der eine halbe Sekunde zu spät steht, hat schlicht keine Chance mehr.

Moderne Tracking-Systeme wie Hawk-Eye oder STATS Perform erfassen heute jeden Spieler auf dem Platz in Echtzeit. Das macht die Vergleiche präziser als je zuvor und erlaubt ein objektives Ranking.

Kylian Mbappé: Der Maßstab für alle anderen

Der Name, der im Gespräch über Fußballgeschwindigkeit unweigerlich fällt, ist Kylian Mbappé. Bei der Weltmeisterschaft 2018 in Russland maßen Sensoren seine Spitzengeschwindigkeit mit 37,58 km/h. Dieser Wert ist bis heute die höchste offiziell festgehaltene Geschwindigkeit eines Feldspielers bei einem WM-Turnier.

Bemerkenswert daran: Mbappé erzielte diesen Wert nicht auf einer freien Bahn, sondern während eines realen Spielzugs gegen Argentinien, unter Druck, mit Ball am Fuß in der Nähe. Das ist der Unterschied zwischen einem Sprinter und einem kompletten Fußballspieler.

Seit seinem Wechsel zu Real Madrid im Sommer 2024 zeigt Mbappé diese Explosivität nun in der Champions League auf den größten europäischen Bühnen. Seine Kombination aus Schnelligkeit, Technik und Abschluss macht ihn nach wie vor zur gefährlichsten Einzelbedrohung im Weltfußball.

Mbappé erzielte seine Rekordgeschwindigkeit von 37,58 km/h beim WM-Spiel gegen Argentinien 2018
Mbappé erzielte seine Rekordgeschwindigkeit von 37,58 km/h beim WM-Spiel gegen Argentinien 2018

Das Top-10-Ranking der schnellsten Fußballer

Die folgende Tabelle zeigt die höchsten gemessenen Spitzengeschwindigkeiten der schnellsten Spieler weltweit. Die Werte stammen aus offiziellen Partien und Turnieren, die von akkreditierten Tracking-Systemen erfasst wurden.

Platz Spieler Geschwindigkeit Nationalität
1 Kylian Mbappé 37,58 km/h Frankreich
2 Alphonso Davies 36,51 km/h Kanada
3 Pierre-Emerick Aubameyang 35,98 km/h Gabun
4 Erling Haaland 35,61 km/h Norwegen
5 Gareth Bale 34,70 km/h Wales
6 Karim Bellarabi 34,45 km/h Deutschland
7 Leroy Sané 34,40 km/h Deutschland
8 Kyle Walker 34,24 km/h England
9 Mohamed Salah 33,80 km/h Ägypten
10 Kingsley Coman 33,60 km/h Frankreich

Auffällig: Mit Haaland auf Platz vier steht ein Mittelstürmer in einem Ranking, das man traditionell eher mit Flügelspielern verbindet. Der Norweger bringt trotz seiner Körpergröße von 1,94 Metern eine Sprintfähigkeit mit, die viele kleinere Spieler übertrifft.

Schnelle Spieler aus Deutschland: Sané, Bellarabi und Walker

Deutschland hat in diesem Ranking zwei eigene Vertreter. Leroy Sané ist bekannt für seine explosiven Dribblings auf dem linken Flügel, die er beim FC Bayern München und in der Nationalmannschaft regelmäßig zeigt. 34,40 km/h sind ein Wert, den die wenigsten Verteidiger dauerhaft mitlaufen können.

Karim Bellarabi, heute weniger aktiv im Spitzenfußball, erzielte seine Spitzengeschwindigkeit von 34,45 km/h während seiner stärksten Phase bei Bayer Leverkusen. Er zeigt, dass Schnelligkeit nicht immer mit dem größten Namen gekoppelt ist.

Kyle Walker vom Manchester City ist zwar Engländer, steht aber beispielhaft für einen Typ, der im modernen Fußball immer wichtiger wird: der schnelle Außenverteidiger. Wer offensiv denkt wie ein Flügelspieler und trotzdem hinten verteidigen muss, braucht genau diese Fähigkeiten.

Legenden der Schnelligkeit: Was frühere Generationen leisteten

Aktuelle Tracking-Daten existieren erst seit vergleichsweise kurzer Zeit, deshalb fehlen präzise Messungen für ältere Spielergenerationen. Trotzdem war Thierry Henry zu seiner Zeit bei Arsenal und Barcelona einer der gefürchtetsten Sprinter im Weltfußball. Seine Fähigkeit, aus dem Lauf heraus Tore zu erzielen, war legendär.

Cristiano Ronaldo wurde in seinen stärksten Jahren bei Manchester United und Real Madrid regelmäßig mit Werten um 33 km/h gemessen. Lionel Messi hingegen ist ein interessanter Sonderfall: Er war nie der schnellste Spieler auf dem Platz, konnte aber durch seine niedrige Körperschwerpunktlage und extrem kurze Schrittfrequenz auf den ersten drei Metern jeden Verteidiger stehen lassen. Antrittsstärke und Höchstgeschwindigkeit sind eben zwei verschiedene Dinge.

Warum Geschwindigkeit allein nicht reicht

Die Tabelle oben zeigt Spitzenwerte in Ausnahmemomenten. Was sie nicht zeigt: wie oft ein Spieler diese Geschwindigkeit im Verlauf einer Saison tatsächlich abruft, wie schnell er sich davon erholt und ob er in diesem Moment noch verwertbare Entscheidungen trifft.

Mbappé ist deshalb so besonders, weil er auf 37 km/h noch zielgenaue Pässe annehmen und verarbeiten kann. Das ist es, was ihn von einem bloßen Sprinter unterscheidet. Geschwindigkeit im Fußball ist nur dann nützlich, wenn sie mit Spielintelligenz kombiniert wird.

Für Verteidiger bedeutet das: Den schnellsten Spieler der Welt verteidigst du nicht durch Mitlaufen. Du verteidigst ihn, indem du seine Wege antizipierst. Das wiederum erfordert taktisches Verständnis auf höchstem Niveau.

Wer mehr über die Geschichte des Sports wissen möchte, der findet hier weitere Hintergründe: Wer hat den Fußball erfunden?

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