In Deutschland leben 52 Stechmückenarten, und nur die Weibchen stechen, sie brauchen das Blut für die Eientwicklung. Gegen ihren feinen Geruchssinn für CO2, Körperwärme und Schweiß helfen weder Knoblauch noch Vitamin B. Was laut Stiftung Warentest und Studienlage tatsächlich wirkt, welche Hausmittel du dir sparen kannst und was nach dem Stich den Juckreiz lindert, erfährst du hier.
Welche Wirkstoffe wirklich schützen
Die Stiftung Warentest hat im Mai 2025 zehn Mückensprays getestet. Testsieger wurde Anti Brumm Forte (Note 1,7) mit dem Wirkstoff DEET in 30-prozentiger Konzentration. Kein Produkt erhielt die Note "Sehr gut". Drei Sprays schnitten mit "gut" ab, sechs mit "befriedigend".
Die vier gängigen Wirkstoffe im Vergleich:
| Wirkstoff | Wirkdauer | Kinder | Schwangerschaft | Besonderheiten |
|---|---|---|---|---|
| DEET (30 %) | bis 8 Stunden | ab 2-3 Jahren | eingeschränkt | Goldstandard, kann Kunststoffe angreifen |
| Icaridin (20 %) | bis 8 Stunden | ab 2 Jahren | eingeschränkt | Verträglicher als DEET, guter Zeckenschutz |
| PMD/Citriodiol | 4-6 Stunden | ab 6 Jahren | nicht empfohlen | Pflanzlich (Zitronen-Eukalyptus) |
| IR3535 | 2-4 Stunden | auch für Säuglinge | unbedenklich | Schwächste Wirkung, beste Verträglichkeit |
Die Faustregel laut Verbraucherzentrale Hamburg: Für zuverlässigen Schutz brauchst du mindestens 30 Prozent DEET oder 20 Prozent Icaridin. Produkte mit natürlichen Wirkstoffen wie PMD schützen kürzer und weniger zuverlässig.
Hausmittel: Was funktioniert, was ist Mythos?
Viele verbreitete Tipps gegen Mücken halten einer wissenschaftlichen Prüfung nicht stand.
| Hausmittel | Wirkung | Bewertung |
|---|---|---|
| Zitronella-Öl | Maximal 30-60 Minuten Schutz | Zu kurz für echten Schutz |
| Lavendel-Öl | Möglicherweise leicht abschreckend | Nicht ausreichend belegt |
| Knoblauch essen | Unwirksam | Studie 2005: kein Einfluss auf Stechhäufigkeit |
| Vitamin B1 | Unwirksam | Studie 2005: kein Einfluss nachgewiesen |
| Tomatenpflanzen | Nicht belegt | Kein wissenschaftlicher Nachweis |
Citriodiol (gewonnen aus Zitronen-Eukalyptus) ist der einzige pflanzliche Wirkstoff mit einer gewissen nachgewiesenen Schutzwirkung. Allerdings schnitten PMD-basierte Produkte bei der Stiftung Warentest deutlich schlechter ab als synthetische Sprays.

Mücken fernhalten: Die besten Maßnahmen
Neben Sprays gibt es wirksame Methoden, die gar nicht erst zum Stich kommen lassen:
Fliegengitter an Fenstern und Türen sind die effektivste physische Barriere. Ein Moskitonetz mit einer Maschenweite von maximal 1,2 Millimetern schützt das Bett zuverlässig.
Stehendes Wasser beseitigen. Mücken legen ihre Eier in stehendem Wasser. Leere Gießkannen, Blumenuntersetzer und Vogeltränken mindestens einmal pro Woche. Verschließe Regentonnen mit feinmaschigen Netzen.
Helle, weite Kleidung tragen. Dunkle Kleidung zieht Mücken an, weil sie mehr Körperwärme speichert. Achte auf feste Gewebe, denn durch dünne Stoffe stechen Mücken hindurch.
UV-Lichtfallen vermeiden. Die Stiftung Warentest urteilt: "Total wirkungslos" gegen Mücken. Mücken orientieren sich nicht an Licht, sondern an CO2 und Körpergeruch. UV-Fallen töten hauptsächlich nützliche Insekten wie Nachtfalter.
Tigermücke: Neue Gefahr in Deutschland
Seit dem Erstnachweis 2007 bei Weil am Rhein breitet sich die Asiatische Tigermücke in Deutschland aus. Etablierte Populationen gibt es vor allem in Baden-Württemberg, aber auch in Bayern, Hessen und Thüringen. Anders als heimische Arten sticht die Tigermücke auch tagsüber.
Die Tigermücke kann Dengue-, Zika- und Chikungunya-Viren übertragen. Bisher gab es in Deutschland keine autochthonen Fälle dieser Krankheiten. Das Umweltbundesamt stuft das Übertragungsrisiko als "relativ gering" ein. Heimische Mücken übertragen seit 2019 vereinzelt das West-Nil-Virus, vor allem in Berlin, Brandenburg und Sachsen.
Nach dem Stich: Was den Juckreiz lindert
Wenn es doch passiert ist: Nicht kratzen. Kratzen verschlimmert den Juckreiz und kann zu Entzündungen und Narben führen.
Kühlen (Eiswürfel im Tuch) lindert Juckreiz und Schwellung sofort. Ein Hitzestift (ca. 20 Euro) erhitzt die Stichstelle auf etwa 50 Grad und zersetzt das Mückeneiweiß, das den Juckreiz auslöst. Antihistaminika-Gels wie Fenistil kühlen und hemmen die allergische Reaktion. Als Hausmittel hilft eine aufgeschnittene Zwiebel (leicht antibakteriell) oder zerriebene Blätter von Spitzwegerich (entzündungshemmend).
Zum Arzt solltest du, wenn sich der Stich entzündet (roter Strich, Eiter, starke Schwellung), die Beschwerden nach einigen Tagen nicht zurückgehen oder der Stich an empfindlichen Stellen wie Augenlid oder Lippe sitzt.






