Die Sommerferien 2026 beginnen am Montag, dem 29. Juni, in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Als letztes Bundesland startet Bayern am 3. August, dort dauern die Ferien bis zum 14. September. Dazwischen liegen 78 Tage, in denen durchgehend mindestens ein Bundesland frei hat: gut elf Wochen Reisesaison am Stück. Diese Staffelung ist kein Zufall, sondern ein über Jahrzehnte ausgehandeltes Rotationssystem der Kultusministerkonferenz. Nur zwei Länder machen bei der Rotation nicht mit, und genau daran entzündet sich seit Jahren Streit.
Alle Termine 2026 in der Übersicht
Die Daten stammen aus dem offiziellen Ferienkalender der Kultusministerkonferenz (KMK), gegengeprüft mit den Veröffentlichungen der Kultusministerien, etwa in Hessen. Angegeben ist jeweils der erste und der letzte Ferientag, sortiert nach Ferienbeginn.
| Bundesland | Erster Ferientag | Letzter Ferientag |
|---|---|---|
| Hessen | Montag, 29. Juni | Freitag, 7. August |
| Rheinland-Pfalz | Montag, 29. Juni | Freitag, 7. August |
| Saarland | Montag, 29. Juni | Freitag, 7. August |
| Bremen | Donnerstag, 2. Juli | Mittwoch, 12. August |
| Niedersachsen | Donnerstag, 2. Juli | Mittwoch, 12. August |
| Sachsen | Samstag, 4. Juli | Freitag, 14. August |
| Sachsen-Anhalt | Samstag, 4. Juli | Freitag, 14. August |
| Thüringen | Samstag, 4. Juli | Freitag, 14. August |
| Schleswig-Holstein | Samstag, 4. Juli | Samstag, 15. August |
| Berlin | Donnerstag, 9. Juli | Samstag, 22. August |
| Brandenburg | Donnerstag, 9. Juli | Samstag, 22. August |
| Hamburg | Donnerstag, 9. Juli | Mittwoch, 19. August |
| Mecklenburg-Vorpommern | Montag, 13. Juli | Samstag, 22. August |
| Nordrhein-Westfalen | Montag, 20. Juli | Dienstag, 1. September |
| Baden-Württemberg | Donnerstag, 30. Juli | Samstag, 12. September |
| Bayern | Montag, 3. August | Montag, 14. September |
Ein Detail am Rand: Auf den Nordseeinseln und Halligen, etwa Sylt, Föhr, Amrum und Helgoland, gelten laut KMK Sonderregelungen.
Warum die Länder nicht gleichzeitig starten
Würden alle 16 Länder am selben Tag in die Ferien starten, bräche der Verkehr zusammen und die Unterkünfte an Nord- und Ostsee wären in zwei Wochen ausgebucht. Die KMK formuliert es nüchterner: Die Staffelung soll verhindern, dass „die erholungssuchende Bevölkerung jeweils zur gleichen Zeit den Urlaub antritt bzw. beendet", weil das „nachteilige Folgen für den Verkehr und für die Quartiernachfrage in den Feriengebieten" hätte.
Dafür hat die KMK die Länder in fünf Gruppen eingeteilt, zugeschnitten nach Bevölkerungszahl, damit sich die Reisenden gleichmäßig über den Sommer verteilen. Die Gruppen wechseln sich Jahr für Jahr mit frühen und späten Startterminen ab, festgelegt im KMK-Beschluss vom 9. Dezember 2021 bis einschließlich 2030.
| Gruppe | Länder | Ferienstart 2026 |
|---|---|---|
| I | Berlin, Brandenburg, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein | 4. bis 13. Juli |
| II | Bremen, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen | 2. bis 4. Juli |
| III | Nordrhein-Westfalen | 20. Juli |
| IV | Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland | 29. Juni |
| V | Baden-Württemberg, Bayern | 30. Juli und 3. August |
Wie stark die Termine wandern, zeigt Nordrhein-Westfalen: Ferienstart am 20. Juli 2026, am 2. Juli 2029, am 24. Juni 2030. Mecklenburg-Vorpommern beginnt 2029 sogar schon am 18. Juni.
Bayern und Baden-Württemberg: die zwei, die nie rotieren
Ein Blick auf die Gruppentabelle verrät die Sonderrolle: Gruppe V rotiert nicht. Baden-Württemberg und Bayern besetzen in jedem einzelnen Jahr von 2025 bis 2030 die letzten Startplätze, Bayern beginnt stets als allerletztes Land. Die offizielle Begründung der KMK: Beide Länder haben traditionell rund zweiwöchige Pfingstferien (2026 vom 26. Mai bis zum 5. Juni), und zwischen Pfingst- und Sommerferien soll „ein ausreichender Lern- und Prüfungszeitraum" für Klausuren und Abschlussprüfungen liegen.
Historisch stammt das Privileg aus einer anderen Zeit: Als die Ferienordnung Mitte des 20. Jahrhunderts entstand, wurden Schulkinder im agrarisch geprägten Süden noch für die Ernte gebraucht. Das Heuernte-Argument gilt heute auch in München als überholt, der späte Termin blieb trotzdem.
Den anderen Ländern stößt das zunehmend auf. Nordrhein-Westfalens Schulministerin Dorothee Feller (CDU) fordert, dass alle 16 Länder rotieren, Rückendeckung kommt unter anderem aus Rheinland-Pfalz und Thüringen. Das Argument: Wer früh startet, hat eine gestauchte Prüfungsphase, der Süden genießt Jahr für Jahr den planbar späten Termin. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder konterte, der Ferienrhythmus sei fest in der bayerischen DNA verankert. Vor 2031 ändert sich ohnehin nichts: Die Termine bis 2030 sind beschlossen, jede neue Regelung braucht die Zustimmung aller 16 Länder.

Stau 2026: diese Wochenenden werden kritisch
Die Staffelung verteilt den Verkehr, verschwinden lässt sie ihn nicht. Laut ADAC gab es im Sommer 2025 über 116.000 Staus mit einer Gesamtlänge von 203.830 Kilometern, das entspricht ungefähr fünf Erdumrundungen. Für den Sommer 2026 warnt der Club vor allem vor diesen Terminen:
| Zeitraum | Warum es voll wird |
|---|---|
| Freitag, 3. und Samstag, 4. Juli | Ferienstart in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Schleswig-Holstein, volle Autobahnen vor allem im Osten |
| Freitag, 17. bis Sonntag, 19. Juli | Letzter Schultag in Nordrhein-Westfalen: 18,1 Millionen Einwohner starten, Reisewellen Richtung Süden und Niederlande |
| Samstag, 1. und Sonntag, 2. August | Baden-Württemberg ist frisch in den Ferien, Bayerns letzter Schultag ist der 31. Juli: eines der staureichsten Wochenenden des Jahres |
| Alle Freitage im August | Laut ADAC erfahrungsgemäß die staureichsten Tage des Jahres |
| Freitag, 14. bis Sonntag, 16. August | Rückreisewelle: In sechs Ländern enden die Ferien zwischen dem 12. und 15. August, gleichzeitig sind Spätstarter auf dem Hinweg |
Dazu kommt ein Dauerbrenner im Wortsinn: Auf der Brennerautobahn Richtung Italien bleibt die Luegbrücke wegen Sanierung ein Nadelöhr. Wer dem Stau per Flugzeug ausweicht, tauscht ihn gerade in der ersten Augustwoche gegen volle Terminals. Für den Ernstfall: deine Rechte bei Flugverspätung.
Was die Termine für deine Reisekasse bedeuten
Veranstalter und Airlines preisen die Ferienfenster exakt ein, die Tabelle oben ist deshalb zugleich eine Preiskurve. Am teuersten ist die Phase der größten Überschneidung: Vom 3. bis zum 7. August haben zum einzigen Mal alle 16 Länder gleichzeitig Ferien, eine komplette gemeinsame Ferienwoche samt Wochenende gibt es 2026 nicht.
Günstiger wird es an den Rändern. Familien aus Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland haben vom 29. Juni bis zum 1. Juli das Land fast für sich, erst ab dem 4. Juli sind neun Länder gleichzeitig unterwegs. Nordrhein-Westfalen profitiert am Ende: Nach dem 22. August sind außer NRW nur noch Baden-Württemberg und Bayern in den Ferien. Der Süden hat den September: ab dem 2. September nur noch zwei Länder, ab dem 13. September allein Bayern. Wer da fliegt, reist durch ein halbleeres Land. Ob du für die Hauptsaison besser im Paket oder einzeln buchst, klärt der Artikel wann eine Pauschalreise günstiger ist.

Was du jetzt für die Ferienplanung tun kannst
Dein Ferienfenster komplett machen. Zu den Sommerferien kommen je nach Land bewegliche Ferientage, in Rheinland-Pfalz zum Beispiel sechs pro Schuljahr. Frag sie bei der Schule ab, bevor du buchst, daraus werden verlängerte Wochenenden.
Antizyklisch fahren. Der ADAC rät, an einem Wochentag außerhalb des Berufsverkehrs zu starten: Dienstag oder Mittwoch statt Freitagnachmittag. Die Stau-Tabelle oben zeigt die Wochenenden, die du meiden solltest.
Die Betreuungslücke schließen. Sechs Wochen Ferien treffen auf rund 30 Urlaubstage berufstätiger Eltern. Ferienprogramme und Freizeiten sind vielerorts Wochen vorher ausgebucht, melde jetzt an statt im Juli. Und kläre, ab wann dein Kind in den Ferien allein zu Hause bleiben darf.
2027 gleich mitdenken. Die Termine bis 2030 sind beschlossen: Hessen startet 2027 am 28. Juni, Nordrhein-Westfalen am 19. Juli, Bayern am 2. August. Wer Frühbucherpreise will, kann den nächsten Sommer jetzt schon festzurren.