Der nächste Vollmond steht in der Nacht vom 29. auf den 30. Juni 2026 an: Um 1:57 Uhr (MESZ) erreicht der Mond seine exakte Vollphase. 2026 ist ein ungewöhnliches Mondjahr: 13 Vollmonde statt der üblichen zwölf, drei Supermonde und eine partielle Mondfinsternis, sichtbar von Deutschland aus. Den seltenen Blue Moon hat das Jahr schon hinter sich: Am 31. Mai stand der zweite Vollmond eines Kalendermonats am Himmel. Dazu: alle Termine mit Uhrzeit und der Faktencheck zu Schlaf, Geburten und Haareschneiden.

Alle Vollmond-Termine 2026 im Überblick

Alle Uhrzeiten gelten für Deutschland (MEZ beziehungsweise MESZ) und folgen den Berechnungen des Royal Observatory Greenwich, gerundet auf die Minute.

Datum Uhrzeit Traditioneller Name Besonderheit
Sa, 3. Januar 11:03 Wolfsmond Supermond
So, 1. Februar 23:09 Schneemond
Di, 3. März 12:38 Wurmmond Totale Mondfinsternis, in Deutschland nicht sichtbar
Do, 2. April 4:12 Rosa Mond
Fr, 1. Mai 19:23 Blumenmond Minimond
So, 31. Mai 10:45 Blue Moon Zweiter Vollmond im Mai, Minimond
Di, 30. Juni 1:57 Erdbeermond Minimond
Mi, 29. Juli 16:36 Bockmond
Fr, 28. August 6:18 Störmond Partielle Mondfinsternis, in Deutschland sichtbar
Sa, 26. September 18:49 Erntemond
Mo, 26. Oktober 5:12 Jägermond
Di, 24. November 15:53 Bibermond Supermond
Do, 24. Dezember 2:28 Kalter Mond Größter Supermond des Jahres

Fällt die exakte Vollphase auf den Tag, wirkt der Mond fürs Auge in den Nächten davor und danach trotzdem rund.

Warum der Termin jeden Monat wandert

Vollmond ist der Moment, in dem der Mond von der Erde aus gesehen der Sonne genau gegenübersteht und seine Tagseite voll zu uns zeigt. Von einem Vollmond zum nächsten vergehen im Schnitt 29 Tage, 12 Stunden und 44 Minuten, ein sogenannter synodischer Monat. Weil der kürzer ist als fast alle Kalendermonate, rutscht der Termin Monat für Monat um ein bis zwei Tage nach vorn.

Zwölf Mondmonate ergeben nur rund 354 Tage, etwa elf Tage weniger als das Kalenderjahr. Fällt der erste Vollmond wie 2026 schon auf den 3. Januar, passen 13 ins Jahr, und ein Monat bekommt zwei ab: den Blue Moon, der etwa alle zweieinhalb bis drei Jahre vorkommt und mit blauer Farbe nichts zu tun hat.

Supermond: die Erfindung eines Astrologen

„Supermond“ klingt nach Astronomie, stammt aber nicht aus ihr. Den Begriff prägte 1979 der US-Astrologe Richard Nolle im Horoskop-Magazin Dell Horoscope: ein Voll- oder Neumond, der der Erde mindestens 90 Prozent der maximal möglichen Annäherung nahekommt. Eine verbindliche wissenschaftliche Definition fehlt bis heute, selbst Nolle passte seine Formel mehrfach an. Astronomen sprechen nüchtern vom Perigäumsvollmond.

Dahinter steckt die elliptische Mondbahn: Im erdnächsten Punkt (Perigäum) kommt der Mond bis auf rund 356.500 Kilometer heran, im erdfernsten (Apogäum) sind es bis zu 406.700 Kilometer. Fällt der Vollmond in die Erdnähe, erscheint er bis zu 14 Prozent größer und rund 30 Prozent heller als ein Vollmond in Erdferne. Gegenüber einem durchschnittlichen Vollmond schrumpft der Unterschied auf 7 bis 8 Prozent, und ohne direkten Vergleich erkennt das bloße Auge davon praktisch nichts.

2026 gelten der 3. Januar, der 24. November und der 24. Dezember als Supermonde. Der Weihnachtsvollmond ist der größte des Jahres, etwa 8 Prozent größer und 16 Prozent heller als der Durchschnitt. Das Gegenstück heißt Minimond: Die Vollmonde vom 1. Mai, 31. Mai und 30. Juni fallen in die Erdferne, der Erdbeermond Ende Juni wirkt deshalb rund 5 Prozent kleiner.

Der Vollmond am 24. Dezember 2026 erscheint rund 8 Prozent größer und 16 Prozent heller als ein durchschnittlicher Vollmond
Der Vollmond am 24. Dezember 2026 erscheint rund 8 Prozent größer und 16 Prozent heller als ein durchschnittlicher Vollmond

Wolfsmond und Erdbeermond: Namen aus dem US-Almanach

Die Mondnamen in der Tabelle klingen nach altem Brauchtum, sind hierzulande aber ein junger Import. Sie stammen aus dem Old Farmer's Almanac, einem US-Bauernkalender, der sie auf Monatsnamen der Algonquin-Völker Nordamerikas zurückführt. Der Erdbeermond heißt so, weil im Nordosten Nordamerikas Mitte Juni die Erdbeerernte beginnt. Mit der Farbe hat der Name nichts zu tun.

Historische deutsche Monatsnamen lauteten anders: Der Januar hieß Hartung, der Juni Brachet oder Brachmond, nach dem Pflügen der Brachfelder. Rötlich verfärbt sich der Mond aus anderen Gründen, etwa tief am Horizont oder bei einer totalen Mondfinsternis. Warum er dann blutrot leuchtet, liest du im Artikel über den Blutmond.

Vollmond und Schlaf: was Studien wirklich zeigen

Die berühmteste Studie kommt vom Zentrum für Chronobiologie der Universität Basel. Das Team um Christian Cajochen wertete 2013 in Current Biology Schlaflabordaten von 33 Personen aus: Um den Vollmond herum brauchten sie fünf Minuten länger zum Einschlafen, schliefen im Schnitt 20 Minuten kürzer und zeigten 30 Prozent weniger Tiefschlafaktivität im EEG, obwohl das Labor fensterlos war. Das Medienecho war riesig.

Die Replikationen fielen ernüchternd aus. Das Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München analysierte 2014, ebenfalls in Current Biology, 1.265 Personen mit 2.097 Schlaflabornächten: kein statistisch belastbarer Zusammenhang zwischen Mondphase und Schlaf. Die Autoren verweisen auf das „Schubladenproblem“: Nullbefunde bleiben oft unveröffentlicht, kleine positive Befunde machen Schlagzeilen. Ein Vollmondeffekt auf den Schlaf gilt damit als nicht belegt.

Wenn du in Vollmondnächten trotzdem wach liegst, lohnt der Blick auf profanere Störquellen: Selbst ein heller Vollmond bringt nur rund 0,3 Lux ins Schlafzimmer, eine Straßenlaterne oder ein Smartphone-Display liefern ein Vielfaches. Wie viel Schlaf du brauchst, erklärt der Artikel warum Schlaf so wichtig ist.

Mythen-Check: Geburten, Operationen, Haare

Auch jenseits des Schlafs hält sich der Vollmondglaube hartnäckig. Die Datenlage ist eindeutig.

Behauptung Was Studien zeigen
Bei Vollmond kommen mehr Babys zur Welt 564.039 Geburten in North Carolina (Arliss et al. 2005): kein Zusammenhang. Über 4 Millionen Geburten aus Südwestdeutschland (2008): ebenfalls kein Mondeffekt.
Operationen verlaufen bei Vollmond schlechter 27.914 Operationen (World Journal of Surgery 2011): kein Einfluss auf Blutverlust, Notfälle oder Komplikationen.
Notaufnahmen sind bei Vollmond voller Re-Analyse der UCLA (2015): kein Effekt auf Klinikeinweisungen.
Haare wachsen schneller, wenn man sie bei zunehmendem Mond schneidet Kein kontrollierter Nachweis. Haare wachsen rund einen Zentimeter pro Monat, gesteuert von Genetik und Hormonen.
Vollmond raubt den Schlaf Kleine Laborstudie fand 20 Minuten Unterschied, die große Münchner Analyse mit 1.265 Personen keinen Effekt.

Dass sich die Mythen trotzdem halten, erklärt die Psychologie mit dem Bestätigungsfehler: Eine unruhige Nacht bei Vollmond bleibt im Gedächtnis, zwanzig unruhige Nächte bei Halbmond vergisst du. Der Mond ist schlicht der auffälligste Verdächtige am Nachthimmel.

Bei der partiellen Mondfinsternis am 28. August 2026 sind um 6:13 Uhr rund 93 Prozent des Mondes vom Erdschatten bedeckt
Bei der partiellen Mondfinsternis am 28. August 2026 sind um 6:13 Uhr rund 93 Prozent des Mondes vom Erdschatten bedeckt

So nutzt du den Mondkalender sinnvoll

Fürs Schlafen brauchst du keinen Mondkalender, fürs Hinschauen schon.

Der wichtigste Termin ist der 28. August: Ab 4:34 Uhr (MESZ) taucht der Vollmond in den Kernschatten der Erde, um 6:13 Uhr sind rund 93 Prozent seiner Scheibe verfinstert, fast eine totale Finsternis. Du brauchst freie Sicht nach Westen und einen frühen Wecker, denn der Mond geht noch während der Finsternis unter. Die totale Finsternis vom 3. März verpasst Deutschland, der Mond steht dann unter dem Horizont.

Den größten Supermond siehst du am 24. Dezember, am eindrucksvollsten beim Aufgang am frühen Abend, wenn die Mondtäuschung ihn nahe am Horizont riesig erscheinen lässt. Ein Fernglas reicht, um Krater und Mare zu erkennen.

Für Sternschnuppen ist der Vollmond dagegen der Spielverderber, sein Licht überstrahlt schwache Meteore. Die Perseiden Mitte August 2026 erwischen zum Glück fast Neumond, also ideale Bedingungen. Falls dich der helle Mond im Schlafzimmer doch stört: Ein Rollo löst das Problem zuverlässiger als jeder Mondkalender.