Seit dem 1. Mai 2026 zahlst du an der Zapfsäule weniger Steuern auf Benzin und Diesel. Der sogenannte Tankrabatt soll dich entlasten, nachdem die Spritpreise im Zuge des Iran-Krieges massiv gestiegen sind. Doch die Maßnahme ist befristet: Sie endet am 30. Juni 2026 um Mitternacht. Ab dem 1. Juli 2026 gelten wieder die regulären Energiesteuersätze. Wer in dieser kurzen Zeit am meisten spart, hängt nicht nur vom eigenen Tankverhalten ab, sondern auch davon, wie viel die Tankstellen tatsächlich von den 17 Cent weitergeben. Wir zeigen dir, wann genau der Rabatt ausläuft, was du pro Tankfüllung herausholst und warum Ökonomen und Verbraucherschützer trotzdem skeptisch sind.
Wann gilt der Tankrabatt 2026 genau?
Der Bundestag hat das Gesetz am 24. April 2026 in namentlicher Abstimmung mit 451 zu 134 Stimmen beschlossen. Der Bundesrat hat es einen Tag später passieren lassen. Damit war der Weg frei für eine zeitlich klar begrenzte Steuersenkung auf Kraftstoffe.
Der Geltungszeitraum ist im Energiesteuergesetz exakt festgeschrieben:
- Beginn: 1. Mai 2026, 0:00 Uhr
- Ende: 30. Juni 2026, 24:00 Uhr
- Dauer: 61 Tage
Ab dem 1. Juli 2026 greifen automatisch wieder die regulären Energiesteuersätze. Eine automatische Verlängerung ist im Gesetz nicht vorgesehen. Die Bundesregierung müsste ein neues Gesetz auf den Weg bringen, falls sie den Rabatt fortsetzen will. Bisher gibt es dafür keine politische Mehrheit, da die Maßnahme als Reaktion auf den Ölpreis-Schock gedacht ist und nicht als dauerhafte Subvention.
Wichtig zu wissen: Der Tankrabatt ist eine Senkung der Energiesteuer auf Großhandelsebene. Mineralölkonzerne zahlen also weniger Steuern, wenn sie Kraftstoff aus dem Steuerlager an Tankstellen ausliefern. Ob und wann diese Ersparnis bei dir an der Zapfsäule ankommt, ist eine andere Frage.
Warum hat die Bundesregierung den Tankrabatt beschlossen?
Auslöser war der Iran-Krieg, der Ende Februar 2026 begann. Seitdem ist die Straße von Hormus, durch die etwa ein Fünftel des weltweit gehandelten Öls fließt, weitgehend blockiert. Der Brent-Ölpreis stieg innerhalb weniger Wochen um über 70 Prozent. In Deutschland sprangen die Spritpreise auf historische Rekordwerte: Super E10 kostete Mitte April im Bundesschnitt über 2,15 Euro pro Liter, Diesel sogar über 2,20 Euro. Mehr Hintergrund zu den Ursachen liefert unsere Analyse, warum die Benzinpreise 2026 so stark steigen.
Die Inflationsrate kletterte im April 2026 auf 2,9 Prozent. Vor allem Pendler, Handwerker und Logistikunternehmen gerieten unter Druck. Union und SPD verständigten sich daher auf ein Sofortprogramm aus zwei Bausteinen.

Erstens: Die Energiesteuer auf Benzin und Diesel sinkt um 14,04 Cent pro Liter. Da auf diesen weggefallenen Steueranteil auch keine Mehrwertsteuer mehr anfällt, ergibt sich eine Bruttoentlastung von rund 16,7 Cent pro Liter. Im Volksmund werden daraus die häufig genannten 17 Cent. Zweitens: Arbeitgeber dürfen ihren Beschäftigten bis zum 30. Juni 2027 freiwillig eine steuer- und sozialabgabenfreie Entlastungsprämie von bis zu 1.000 Euro zahlen.
Die Steuermindereinnahmen für den Bund liegen bei 1,6 Milliarden Euro im laufenden Jahr. Zur Gegenfinanzierung wird die Tabaksteuer 2026 erhöht.
Wie viel sparst du pro Tankfüllung?
Die rechnerische Entlastung von 16,7 Cent pro Liter klingt überschaubar, summiert sich aber je nach Fahrzeug und Fahrleistung deutlich. Eine durchschnittliche Tankfüllung von 50 Litern kostet dich rund 8,35 Euro weniger, sofern die Tankstelle die volle Steuersenkung weitergibt.
| Tankvolumen | Maximale Ersparnis (16,7 Cent/Liter) | Tatsächliche Ersparnis (ADAC-Wert: 14 Cent/Liter) |
|---|---|---|
| 30 Liter | 5,01 Euro | 4,20 Euro |
| 50 Liter | 8,35 Euro | 7,00 Euro |
| 70 Liter | 11,69 Euro | 9,80 Euro |
| 100 Liter (Transporter) | 16,70 Euro | 14,00 Euro |
Wer als Vielfahrer 60.000 Kilometer pro Jahr zurücklegt und etwa 4.000 Liter Diesel im Jahr verbrennt, spart über die zwei Monate hochgerechnet rund 110 Euro. Pendler mit 15.000 Kilometern Jahresleistung kommen auf etwa 25 bis 30 Euro Ersparnis im Aktionszeitraum. Das ist weniger, als viele Schlagzeilen suggerieren, hilft aber bei knappen Haushaltskassen.
Tipp: Tanke möglichst nicht direkt vor dem 1. Juli, sondern verteile deine Tankstopps über den Mai und Juni. So profitierst du verlässlicher von der Steuersenkung. Außerdem dürfen Tankstellen seit dem 1. April 2026 ihre Preise nur noch einmal täglich erhöhen, exakt um 12:00 Uhr. Wer abends zwischen 19 und 22 Uhr tankt, fährt laut ADAC-Auswertung am günstigsten.
Wie viel davon kommt wirklich an der Zapfsäule an?
Hier liegt die größte Schwachstelle des Tankrabatts. Eine ADAC-Analyse vom 1. Mai 2026 zeigte: Im bundesweiten Durchschnitt sank der Preis für Super E10 nur um 13,7 Cent auf 1,989 Euro pro Liter. Diesel verbilligte sich um 13,6 Cent auf 2,063 Euro. Damit wurden gut 14 von 17 Cent weitergegeben, rund drei Cent versickerten zunächst bei den Mineralölkonzernen oder im Tankstellennetz.
Der ADAC fordert seither, dass die Branche die volle Entlastung an Verbraucherinnen und Verbraucher durchreicht. Auch das Bundeskartellamt beobachtet die Preisbildung und kann bei Verdacht auf wettbewerbswidriges Verhalten eingreifen.
Der Vergleich zum Tankrabatt 2022 ist aufschlussreich. Damals senkte die Ampel-Koalition die Energiesteuer für drei Monate deutlich stärker, nämlich um insgesamt 35,2 Cent pro Liter Benzin und 16,7 Cent pro Liter Diesel. Studien des Ifo-Instituts und des RWI ergaben rückblickend: In den ersten Wochen wurde die Senkung weitgehend weitergegeben, gegen Ende der Aktion war es bei Benzin nur noch knapp die Hälfte.
| Aspekt | Tankrabatt 2022 | Tankrabatt 2026 |
|---|---|---|
| Dauer | 3 Monate (Juni bis August) | 2 Monate (Mai und Juni) |
| Senkung Benzin (brutto) | 35,2 Cent/Liter | 16,7 Cent/Liter |
| Senkung Diesel (brutto) | 16,7 Cent/Liter | 16,7 Cent/Liter |
| Auslöser | Ukraine-Krieg | Iran-Krieg |
| Steuerausfall | rund 3,15 Mrd. Euro | rund 1,6 Mrd. Euro |
| Begleitprämie | 9-Euro-Ticket | 1.000 Euro Entlastungsprämie |
| Weitergabe an Tankstellen | anfangs ja, später nur teilweise | bisher rund 14 von 17 Cent |
Welche Kritik gibt es am Tankrabatt 2026?
Die Maßnahme ist umstritten. Wirtschaftsforscher und Klima-Experten weisen auf mehrere Schwachstellen hin.

Verteilungswirkung: Eine Studie der RWTH Aachen aus dem März 2026 ergab, dass Haushalte mit höherem Einkommen am stärksten profitieren. Wer große SUVs fährt oder beruflich viel pendelt, hat den größten Nutzen. Geringverdiener ohne Auto spüren von der Maßnahme nichts.
Mitnahmeeffekte: Wenn Konzerne die Steuersenkung nicht vollständig weitergeben, bleibt ein Teil der staatlichen Mindereinnahmen als zusätzliche Marge bei den Anbietern hängen. Der Bundesrechnungshof hatte schon den Tankrabatt 2022 in seinen Bemerkungen 2023 deutlich kritisiert und auf hohe Mitnahmeeffekte sowie eine zu geringe Treffsicherheit hingewiesen.
Klimaproblem: Klimaforscher Stefan Rahmstorf und andere Wissenschaftler argumentieren, dass künstlich verbilligter Sprit den falschen Anreiz setzt. Während die Bundesregierung gleichzeitig den CO2-Preis schrittweise erhöht, sendet der Tankrabatt das Gegensignal. Studien zeigen, dass der Spritverbrauch während der Rabattphase 2022 messbar anstieg.
Effizienz: Ökonomen wie Veronika Grimm vom Sachverständigenrat halten direkte Transferleistungen an einkommensschwache Haushalte für zielgenauer als pauschale Steuersenkungen, von denen alle profitieren.
Was passiert nach dem 30. Juni 2026?
Ab dem 1. Juli 2026 gelten automatisch wieder die alten Energiesteuersätze. Konkret heißt das: Die Steuer auf Benzin steigt zurück auf 65,45 Cent pro Liter, die auf Diesel auf 47,04 Cent pro Liter. Die rund 17 Cent Bruttoentlastung verschwinden über Nacht.
Erfahrungsgemäß heben Tankstellen ihre Preise zum Stichtag schlagartig an. Ein letzter günstiger Tankstopp am 30. Juni in den Abendstunden kann sich daher lohnen. Wer einen großen Tank hat, kann ihn vorher voll machen.
Ob die Bundesregierung den Tankrabatt verlängert, hängt vor allem von der weiteren Entwicklung des Ölpreises ab. Sollte sich die Lage am Persischen Golf entspannen und der Brent-Preis unter 80 US-Dollar pro Barrel fallen, ist eine Verlängerung sehr unwahrscheinlich. Bleibt die Krise akut, könnte das Kabinett bis Mitte Juni über eine Anschlussregelung beraten. Klar ist: Eine Dauerlösung wird der Tankrabatt nicht.
Parallel zum Auslaufen der Steuersenkung steigt zum 1. Januar 2027 der CO2-Preis voraussichtlich auf 65 Euro pro Tonne. Das verteuert Benzin und Diesel zusätzlich um etwa 1,5 bis 2 Cent pro Liter. Wer mittelfristig auf günstige Mobilität setzt, sollte daher nicht nur auf den Tankzeitpunkt achten, sondern auch über Alternativen wie Carsharing, Bahn oder ein elektrifiziertes Fahrzeug nachdenken. Wer jetzt umsteigen will, findet in unserem Überblick zur neuen E-Auto-Prämie 2026 die passenden Förderbedingungen.
Fazit
Der Tankrabatt 2026 endet am 30. Juni 2026 um Mitternacht. Bis dahin sparst du bei einer 50-Liter-Tankfüllung rund 7 bis 8,35 Euro, je nachdem wie konsequent die Tankstellen die Steuersenkung weiterreichen. Für Vielfahrer summiert sich das auf rund 100 Euro über die zwei Monate, für gelegentliche Pendler auf 25 bis 30 Euro. Die Maßnahme ist eine politische Reaktion auf den Iran-Krieg und den damit verbundenen Ölpreis-Schock, nicht der Beginn einer dauerhaften Subvention. Wer maximal profitieren will, plant Tankstopps nicht spontan, sondern bewusst innerhalb des Geltungszeitraums und nutzt Apps zum Preisvergleich. Ab dem 1. Juli 2026 gelten dann wieder die regulären Steuersätze. Eine Verlängerung ist möglich, aber alles andere als gesetzt.





