Das Deutschlandticket kostet seit dem 1. Januar 2026 63 Euro pro Monat. Die Verkehrsministerkonferenz der Länder hat die Erhöhung im September 2025 einstimmig beschlossen. Die Finanzierung ist bis 2030 gesichert: Bund und Länder teilen sich jährlich 3 Milliarden Euro Zuschüsse. Trotz des höheren Preises liegt die Kündigungsquote bei nur 5,75 Prozent. 14,6 Millionen Menschen in Deutschland haben ein Deutschlandticket. Hier erfährst du, was das Ticket in allen Varianten kostet, wann es sich lohnt und welche Alternativen es gibt.

Was das Deutschlandticket kostet und was es kann

Mit dem Deutschlandticket fährst du deutschlandweit in allen Bussen, Straßenbahnen, U-Bahnen, S-Bahnen, Regionalbahnen (RB) und Regionalexpresszügen (RE). Nicht enthalten sind Fernverkehrszüge (IC, ICE, EC), FlixTrain und die 1. Klasse. Das Ticket gilt nur für dich persönlich und ist nicht übertragbar. Bei Kontrollen brauchst du einen Lichtbildausweis.

Zeitraum Preis pro Monat
Mai 2023 bis Dezember 2024 49 Euro
Januar 2025 bis Dezember 2025 58 Euro
Ab Januar 2026 63 Euro

Die Preissteigerung hat einen einfachen Grund: Die Personal-, Energie- und Betriebskosten der Verkehrsunternehmen sind massiv gestiegen. Branchenverbände warnten vor einem Defizit von bis zu 800 Millionen Euro, falls der Preis nicht angehoben wird. Ab 2027 soll ein Kostenindex die Preisanpassung automatisieren, basierend auf der Entwicklung von Lohn- und Energiekosten.

Das Ticket ist monatlich kündbar. Die Kündigungsfrist läuft bis zum 10. des Monats: Kündigst du bis zum 10., endet das Abo zum Monatsende. Danach erst zum Ende des Folgemonats. Es gibt keinen Papierverkauf. Das Ticket läuft ausschließlich als digitales Abo über die DB Navigator App, die Apps regionaler Verkehrsunternehmen oder als Chipkarte per Post.

Jobticket, Sozialticket und Semesterticket

Das Deutschlandticket gibt es in mehreren vergünstigten Varianten. Die günstigste Option für Berufstätige ist das Jobticket mit nur 44,10 Euro Eigenanteil.

Variante Preis pro Monat Voraussetzung
Deutschlandticket 63,00 Euro Keine
Jobticket 44,10 Euro (Eigenanteil) Arbeitgeber gibt min. 25 % Zuschuss
Semesterticket 34,80 Euro (bis SoSe 2026) Eingeschriebene Studierende
Semesterticket 37,80 Euro (ab WiSe 2026/27) Eingeschriebene Studierende
Sozialticket Berlin 27,50 Euro Bürgergeld, Sozialhilfe, Wohngeld
Sozialticket Hamburg 19 bis 22,50 Euro Bürgergeld, Sozialhilfe
Sozialticket Bremen 25,00 Euro Bürgergeld

Beim Jobticket erhält der Arbeitnehmer 5 Prozent Rabatt auf den regulären Preis (59,85 Euro statt 63 Euro). Der Arbeitgeber übernimmt mindestens 25 Prozent, also 14,96 Euro. Der Bund legt weitere 5 Prozent drauf. Dein Eigenanteil: 44,10 Euro. Der Arbeitgeber kann auch mehr übernehmen, bis hin zu 100 Prozent.

Ein bundesweit einheitliches Sozialticket gibt es nicht. Die Regelungen sind regional sehr unterschiedlich. Insgesamt bieten drei Bundesländer und rund 28 Kommunen vergünstigte Deutschlandtickets an. Der Paritätische fordert ein bundesweites Sozialticket für 25 Euro.

14,6 Millionen Menschen in Deutschland haben ein Deutschlandticket, die Kündigungsquote nach der Preiserhöhung lag bei nur 5,75 Prozent
14,6 Millionen Menschen in Deutschland haben ein Deutschlandticket, die Kündigungsquote nach der Preiserhöhung lag bei nur 5,75 Prozent

Lohnt sich das Deutschlandticket für dich?

Die Faustregel: Wer an drei oder mehr Tagen pro Woche den ÖPNV nutzt, fährt mit dem Deutschlandticket fast immer günstiger als mit einer lokalen Monatskarte.

Vergleich Monatskarte lokal Deutschlandticket Ersparnis
Hamburg (HVV AB) 95,70 Euro 63,00 Euro 32,70 Euro
Berlin (AB) ca. 86 Euro 63,00 Euro ca. 23 Euro
München (MVV Innenraum) 71,40 Euro 63,00 Euro 8,40 Euro
Einzelfahrschein Berlin (4 Euro) Ab 16 Fahrten 63,00 Euro Ab 16 Fahrten günstiger

Für Pendler ist der Vergleich mit dem Auto noch deutlicher. Bei einem einfachen Arbeitsweg von 30 Kilometern und 220 Arbeitstagen pro Jahr kostet das Auto rund 2.880 Euro jährlich (bei 40 Cent pro Kilometer). Das Deutschlandticket kostet 756 Euro im Jahr. Mit Jobticket sogar nur 529 Euro. Die jährliche Ersparnis gegenüber dem Auto: über 2.100 Euro.

Steuerlich kannst du die Entfernungspauschale geltend machen: 38 Cent pro Entfernungskilometer ab dem ersten Kilometer (neu seit 2026). Ab etwa 10 Kilometer einfachem Arbeitsweg ist die Pauschale höher als die tatsächlichen Ticketkosten. Das Finanzamt wählt automatisch den höheren Betrag.

Upgrades und Zusatzoptionen

Das Deutschlandticket gilt ausschließlich in der 2. Klasse. Ein deutschlandweites 1.-Klasse-Upgrade gibt es nicht. Einige Bundesländer bieten aber regionale Upgrades an: Baden-Württemberg für 63 Euro pro Monat (nur innerhalb BW), NRW für 69 Euro pro Monat (nur innerhalb NRW).

Fahrradmitnahme ist im Deutschlandticket nicht enthalten. Die deutschlandweite Fahrradtageskarte Nahverkehr kostet 7,50 Euro und gilt in RE, RB und S-Bahn. In einigen Bundesländern ist die Fahrradmitnahme zu bestimmten Zeiten kostenlos: Baden-Württemberg (vor 6 und nach 9 Uhr an Werktagen), Hessen, Hamburg und Sachsen.

Kinder unter 6 Jahren fahren kostenlos. Ab 6 Jahren gilt der volle Preis, es sei denn, das Bundesland bietet eine eigene Vergünstigung. In Baden-Württemberg gibt es das D-Ticket JugendBW für 45 Euro pro Monat für Schüler, Studierende und Azubis. In NRW erhalten Schüler mit Schulwegkostenerstattung das Deutschlandticket kostenlos über den Schulträger.

Das Deutschlandticket spart Pendlern gegenüber dem Auto über 2.100 Euro pro Jahr bei einem 30-Kilometer-Arbeitsweg
Das Deutschlandticket spart Pendlern gegenüber dem Auto über 2.100 Euro pro Jahr bei einem 30-Kilometer-Arbeitsweg

Wie die Finanzierung funktioniert

Am 7. November 2025 hat der Bundestag die Finanzierung des Deutschlandtickets bis 2030 beschlossen. Bund und Länder steuern je 1,5 Milliarden Euro pro Jahr bei, insgesamt 3 Milliarden Euro. Die Differenz zu den tatsächlichen Kosten wird über den Ticketpreis finanziert.

Die Preiserhöhungen spiegeln die Kostenrealität wider: Der Nahverkehr in Deutschland ist teuer, und die Zuschüsse decken nur einen Teil der Ausgaben. Ab 2027 soll ein automatischer Kostenindex die Preisanpassung regeln. Das bedeutet: Der Preis wird voraussichtlich weiter steigen, aber in kleineren, berechenbaren Schritten.

Was du jetzt tun solltest

Prüfe, ob dein Arbeitgeber das Jobticket anbietet. Mit 44,10 Euro Eigenanteil ist es die günstigste Option. Falls du Sozialleistungen beziehst, erkundige dich bei deiner Kommune nach einem vergünstigten Ticket. Das Deutschlandticket lohnt sich ab etwa drei ÖPNV-Fahrten pro Woche. Darunter sind Einzelfahrscheine günstiger. Und vergiss die Kündigungsfrist nicht: Bis zum 10. des Monats, wenn du zum Monatsende aussteigen willst.

Weiterführende Links

Bundesregierungbundesregierung.de →Deutschlandticket Fragen und Antworten
Finanztipfinanztip.de →Deutschlandticket 2026
ADACadac.de →Deutschlandticket 2026