Eine neue Haarfarbe kann viel bewirken. Sie kann das Gesicht aufhellen, den Teint frischer wirken lassen oder einen ganz neuen Look kreieren. Aber was an Influencer-Feeds und Friseursalons oft untergeht: Nicht jede Farbe wirkt auf jedem Menschen gleich. Der Schlüssel liegt im sogenannten Farbtyp. Wer den eigenen Typ kennt, trifft beim nächsten Färbetermin keine Fehlentscheidungen mehr.

Was ist ein Farbtyp und warum ist er relevant?

Der Farbtyp beschreibt die natürliche Farbkombination aus Hautton, Haarfarbe und Augenfarbe. Dahinter steckt das Konzept der Vier-Jahreszeiten-Typen, das in den 1980er-Jahren populär wurde und bis heute in der Farbberatung Standard ist. Die Grundidee: Jeder Mensch gehört zu einem der vier Typen, Frühling, Sommer, Herbst oder Winter, und hat damit eine klar definierte Farbpalette, die am besten zu ihm passt.

Den Farbtyp zu kennen hilft nicht nur bei der Haarfarbe, sondern auch bei Kleidung und Make-up. Für die Haarfarbe ist er besonders wichtig, weil sie direkt neben dem Gesicht liegt und den Teint stark beeinflusst. Die falsche Farbe kann das Gesicht fahl wirken lassen. Die richtige bringt Leuchtkraft und Frische.

Zur Bestimmung schaust du dir am besten in natürlichem Tageslicht folgende Merkmale an: Hast du einen warmen oder kühlen Hautunterton? Sind deine Haare natürlich eher warm (goldene, rötliche Reflexe) oder kühl (aschige, bläuliche Reflexe)? Sind deine Augen eher warm (grün, braun, haselnuss) oder kühl (blau, grau, eisgrün)?

Rund 70 Prozent aller Frauen greifen laut Umfragen mindestens einmal im Leben zur Haarfarbe
Rund 70 Prozent aller Frauen greifen laut Umfragen mindestens einmal im Leben zur Haarfarbe

Der Frühlingstyp: warm, hell und lebendig

Der Frühlingstyp hat einen warmen Hautunterton mit einem goldenen oder pfirsichfarbenen Schimmer. Die natürliche Haarfarbe ist meist hell: helles Blond, Goldbraun oder Rotblond. Die Augen sind oft grün, hellbraun oder blaugrün.

Für diesen Typ wirken warme, helle Farbtöne am natürlichsten. Besonders gut passen:

Highlights in goldenen und bernsteinfarbenen Tönen setzen Akzente, ohne zu überwältigen. Kühle, aschige Töne solltest du dagegen meiden. Sie stehlen deinem Teint den Wärme-Effekt und lassen das Gesicht flacher wirken.

Der Sommertyp: kühl, zart und weich

Der Sommertyp hat einen kühlen Hautunterton, oft mit einem leicht rosa oder bläulichen Schimmer. Die Naturhaarfarbe bewegt sich im Bereich Aschblond bis Hellbraun, die Augen sind häufig graublau, eisblau oder graugrün.

Kühle und gedämpfte Farbtöne harmonieren hier am besten:

Highlights in Silber oder kühlem Platin wirken elegant und dezent. Warme, goldene oder kupferfarbene Töne erzeugen dagegen einen Kontrast, der unharmonisch wirkt. Tiefes Schwarz ist ebenfalls zu hart für den sanften Sommertyp.

Der Herbsttyp: warm, tief und erdverbunden

Der Herbsttyp vereint warme Hauttöne mit goldenem oder olivem Unterton und natürlich dunkle oder mittelbraune Haare. Die Augen sind oft haselnuss, olivgrün oder dunkelbraun. Es ist der Typ, der am meisten von satten, warmen Farben profitiert.

Typische Farben, die sehr gut passen:

Highlights in Goldbraun oder Kupfer geben dem Haar Tiefe und Strahlkraft. Zu vermeiden sind aschige, kühle Töne, die den warmen Teint fahl machen, sowie sehr helle Farben, die den natürlichen Kontrast zunichte machen.

Der Wintertyp: kühl, stark und kontrastreich

Der Wintertyp fällt durch klare Kontraste auf: helle oder olivfarbene Haut mit kühlem, bläulichem Unterton, dunkle Haare von Dunkelbraun bis Schwarz, und meist intensive Augen in Dunkelbraun, Tiefblau oder Grau.

Starke, klare Töne wirken auf diesen Typ am besten:

Wer Highlights setzen möchte, kann auf eisiges Silber oder tiefe Blau-Schwarz-Nuancen setzen. Warme, goldene oder honigfarbene Töne kollidieren mit dem kühlen Hautunterton. Sehr helle Blondtöne wirken zusammen mit dem typischen Winterkontrast unnatürlich.

Farbtyp-Tabelle: Schnellübersicht

Farbtyp Hautton Passende Haarfarben Highlights Besser vermeiden
Frühling Warm, golden, pfirsich Honigblond, Karamell, Kupfer Gold, Bernstein Aschige, kühle Töne
Sommer Kühl, rosa, bläulich Aschblond, kühles Hellbraun Silber, Platin Warme, goldene Töne
Herbst Warm, golden, oliv Kastanie, Mahagoni, Kupferrot Goldbraun, Kupfer Aschige, sehr helle Töne
Winter Kühl, bläulich, oliv Tiefschwarz, Dunkelbraun, Burgund Eissilber, Blauschwarz Warme, honigfarbene Töne

Praktische Tipps vor dem Färbetermin

Selbst wer den eigenen Farbtyp kennt, kann beim Färben einiges beachten, um das Ergebnis zu optimieren.

Vorab testen: Viele Friseursalons bieten digitale Farbsimulationen an. Nutze das, bevor du dich festlegst. Alternativ hilft auch schon ein Probeansatz mit einem wenig pigmentierten Toner.

Auf den Unterton achten: Jede Haarfarbe hat selbst einen Unterton. Auf der Farbkarte findest du Hinweise wie "warm", "neutral" oder "kühl". Wähle den Unterton passend zu deinem Typ.

Stufenweise vorgehen: Besonders bei großen Farbwechseln, zum Beispiel von Dunkelbraun zu Blond oder umgekehrt, lohnt sich ein schrittweiser Ansatz. Das schont das Haar und lässt dir Zeit, das Ergebnis zu beurteilen.

Pflegerouting einplanen: Gefärbtes Haar braucht mehr Pflege. Farbschützende Shampoos und Masken erhalten den Ton länger und halten das Haar in Form.

Wenn du wissen möchtest, welche Frisur zum Gesicht passt, findest du weitere Tipps im Artikel Welche Frisur passt zu mir? Tipps für jede Gesichtsform.

Weiterführende Links

Farbtypen und ihre Nuancen auf Brigitte.debrigitte.de →
Haarfarbe und Hauttoncosmopolitan.de →So wählst du richtig auf Cosmopolitan.de