Die Pendlerpauschale beträgt seit dem 1. Januar 2026 einheitlich 38 Cent pro Kilometer für die einfache Strecke zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte. Die wichtigste Neuerung: Die 38 Cent gelten ab dem ersten Kilometer. Bisher gab es bis Kilometer 20 nur 30 Cent, ab Kilometer 21 dann 38 Cent. Diese Staffelung ist abgeschafft. Rund 13,6 Millionen Pendler in Deutschland profitieren von der Änderung, die den Staat geschätzt 1,9 Milliarden Euro jährlich kostet. Hier erfährst du, wie die neue Pendlerpauschale funktioniert, wie du sie berechnest und ob sich für dich das Deutschlandticket mehr lohnt.
Was sich 2026 geändert hat
Die Pendlerpauschale wurde seit ihrer Einführung mehrfach angepasst. Die Staffelung aus den Jahren 2021 bis 2025, bei der die ersten 20 Kilometer geringer vergütet wurden, ist Geschichte. Jetzt gilt ein einheitlicher Satz.
| Zeitraum | Kilometer 1 bis 20 | Ab Kilometer 21 |
|---|---|---|
| 2004 bis 2020 | 30 Cent | 30 Cent |
| 2021 | 30 Cent | 35 Cent |
| 2022 bis 2025 | 30 Cent | 38 Cent |
| Ab 2026 | 38 Cent | 38 Cent |
Die Angleichung nach oben bedeutet vor allem für Kurzstreckenpendler eine spürbare Verbesserung. Wer 15 Kilometer Arbeitsweg hat, spart im Vergleich zu 2025 rund 26 Euro mehr Steuern im Jahr. Bei Fernpendlern mit 50 Kilometern ist der Effekt noch größer: rund 35 Euro zusätzlich.
Wie du die Pendlerpauschale berechnest
Die Formel ist einfach: Einfache Entfernung in Kilometern mal 38 Cent mal Arbeitstage im Jahr. Angesetzt wird die kürzeste Straßenverbindung, nicht die tatsächlich gefahrene Strecke. Eine längere Strecke darfst du nur ansetzen, wenn sie verkehrsgünstiger ist (etwa wegen Autobahnanbindung).
| Einfacher Arbeitsweg | Arbeitstage | Jährliche Werbungskosten | Steuerersparnis (30 % Grenzsteuersatz) |
|---|---|---|---|
| 10 km | 220 | 836 Euro | 251 Euro |
| 20 km | 220 | 1.672 Euro | 502 Euro |
| 30 km | 220 | 2.508 Euro | 752 Euro |
| 50 km | 220 | 4.180 Euro | 1.254 Euro |
Die Pendlerpauschale ist eine Werbungskostenpauschale. Das bedeutet: Sie senkt nicht direkt deine Steuerlast, sondern dein zu versteuerndes Einkommen. Die tatsächliche Ersparnis hängt von deinem persönlichen Grenzsteuersatz ab. Bei 30 Prozent Grenzsteuersatz sparst du 30 Cent pro Euro Pendlerpauschale.
Wichtig: Die Werbungskostenpauschale von 1.230 Euro ist bereits im Lohnsteuerabzug berücksichtigt. Die Pendlerpauschale lohnt sich steuerlich erst, wenn deine gesamten Werbungskosten diese 1.230 Euro übersteigen. Bei 38 Cent pro Kilometer und 220 Arbeitstagen ist das ab einem einfachen Arbeitsweg von 15 Kilometern der Fall.

Pendlerpauschale vs. Deutschlandticket
Das Deutschlandticket kostet 63 Euro pro Monat, also 756 Euro im Jahr. Mit Jobticket-Zuschuss sinkt der Preis auf bis zu 529 Euro. Die Frage, ob sich das Ticket oder die Pauschale mehr lohnt, hängt vom Arbeitsweg und der Nutzung ab.
| Entfernung (einfach) | Pendlerpauschale (Steuerersparnis bei 30 %) | Deutschlandticket (Kosten) | Besser |
|---|---|---|---|
| 10 km | 251 Euro Ersparnis | 756 Euro Kosten | Auto günstiger |
| 20 km | 502 Euro Ersparnis | 756 Euro Kosten | Kommt auf Spritkosten an |
| 30 km | 752 Euro Ersparnis | 756 Euro Kosten | Ticket günstiger (+ Sprit gespart) |
| 50 km | 1.254 Euro Ersparnis | 756 Euro Kosten | Ticket deutlich günstiger |
Entscheidend ist: Auch Deutschlandticket-Nutzer können die Pendlerpauschale geltend machen. Der Arbeitgeberzuschuss zum Jobticket wird dann allerdings gegengerechnet. Die Pendlerpauschale gilt verkehrsmittelunabhängig: egal ob Auto, ÖPNV, Fahrrad oder zu Fuß. Sogar Fahrgemeinschaftsteilnehmer (Beifahrer) können sie ansetzen.
Mobilitätsprämie für Geringverdiener
Wer so wenig verdient, dass keine Einkommensteuer anfällt, profitiert nicht von der Pendlerpauschale als Werbungskosten. Für diese Beschäftigten gibt es seit 2021 die Mobilitätsprämie. Sie beträgt 14 Prozent der Pendlerpauschale, die über dem Grundfreibetrag hinaus nicht steuerlich wirksam wird.
Konkret: Liegt dein zu versteuerndes Einkommen unter dem Grundfreibetrag von 12.084 Euro (2026), bekommst du die Mobilitätsprämie direkt ausgezahlt. Bei einem Arbeitsweg von 30 Kilometern und 220 Arbeitstagen sind das bis zu 351 Euro pro Jahr. Die Prämie muss über die Einkommensteuererklärung beantragt werden (Anlage Mobilitätsprämie).
Homeoffice-Pauschale als Alternative
Seit 2023 gibt es die Homeoffice-Pauschale von 6 Euro pro Tag, maximal 1.260 Euro im Jahr (210 Tage). Für Tage, an denen du von zu Hause arbeitest, kannst du keine Pendlerpauschale ansetzen. Umgekehrt gilt: An Präsenztagen im Büro setzt du die Pendlerpauschale an, an Homeoffice-Tagen die Homeoffice-Pauschale.
| Szenario (30 km Arbeitsweg) | Pendlerpauschale | Homeoffice-Pauschale | Gesamt |
|---|---|---|---|
| 220 Tage Büro, 0 Homeoffice | 2.508 Euro | 0 Euro | 2.508 Euro |
| 150 Tage Büro, 70 Homeoffice | 1.710 Euro | 420 Euro | 2.130 Euro |
| 100 Tage Büro, 120 Homeoffice | 1.140 Euro | 720 Euro | 1.860 Euro |
Bei einem langen Arbeitsweg lohnt sich jeder Präsenztag steuerlich mehr als ein Homeoffice-Tag. Wer 50 Kilometer entfernt wohnt, bekommt pro Bürotag 19 Euro Pendlerpauschale, aber nur 6 Euro Homeoffice-Pauschale. Trotzdem kann Homeoffice durch gesparte Sprit- und Zeitkosten insgesamt günstiger sein.

Häufige Fehler bei der Steuererklärung
Der häufigste Fehler: Arbeitstage zu hoch ansetzen. Das Finanzamt akzeptiert bei einer Fünf-Tage-Woche maximal 230 Arbeitstage, bei einer Sechs-Tage-Woche maximal 280. Feiertage, Urlaub, Krankheit und Homeoffice-Tage müssen abgezogen werden. Realistisch sind für die meisten Arbeitnehmer 200 bis 220 Tage.
Zweiter Fehler: Die Entfernung zu großzügig berechnen. Das Finanzamt prüft die kürzeste Straßenverbindung über Routenplaner. Wenn du eine längere Strecke ansetzt, brauchst du eine plausible Begründung (Umgehung eines Staubereichs, deutlich schnellere Autobahn). Radwege und Fußwege werden grundsätzlich nicht anerkannt, nur Straßenkilometer zählen.
Was du jetzt tun solltest
Berechne deine Pendlerpauschale für 2026 mit dem einheitlichen Satz von 38 Cent. Prüfe, ob sich für deinen Arbeitsweg das Deutschlandticket lohnt. Als Faustregel: Ab 25 Kilometern einfachem Arbeitsweg ist das Deutschlandticket fast immer günstiger als das Auto, wenn du die reinen Fahrtkosten vergleichst. Mache deine Steuererklärung und nutze Anlage N für die Pendlerpauschale. Falls du unter dem Grundfreibetrag liegst, beantrage die Mobilitätsprämie über die Anlage Mobilitätsprämie.





