Der Mount Everest steht für das Äußerste, was die Erde an Höhe zu bieten hat. Mit 8.848,86 Metern über dem Meeresspiegel ist er der höchste Berg der Welt, und seine Lage in den Himalayas macht ihn zu einem der bekanntesten geografischen Punkte überhaupt. Aber wo genau liegt er, welche Länder teilen sich diesen Giganten, und was macht diese Region so außergewöhnlich?
Wo genau liegt der Mount Everest?
Der Everest befindet sich im Himalaya, der größten Gebirgskette der Erde, und liegt direkt auf der Grenze zwischen Nepal im Süden und der Autonomen Region Tibet, die zu China gehört, im Norden. Die genauen Koordinaten sind 27,9881° N und 86,9250° O.
Je nach Seite, von der aus man ihn betrachtet, heißt der Berg anders. In Nepal trägt er den Namen Sagarmatha, was sich in etwa mit "Stirn des Himmels" übersetzen lässt. In Tibet und China ist er als Chomolungma bekannt, "Muttergöttin des Universums". Der englische Name geht auf George Everest zurück, einen britischen Vermessungsoffizier, der im 19. Jahrhundert den indischen Subkontinent kartografierte.
Der nächstgelegene größere Ort ist Namche Bazar in Nepal, ein Bergsteigerdorf auf etwa 3.440 Metern, das als Knotenpunkt für Expeditionen dient. Von der Großstadt Kathmandu aus sind es rund 140 Kilometer Luftlinie bis zum Gipfel.

Der Himalaya: Gebirge der Superlative
Der Himalaya erstreckt sich über rund 2.400 Kilometer durch fünf Länder: Nepal, Indien, Bhutan, China und Pakistan. Er ist nicht nur das höchste, sondern auch das jüngste große Gebirge der Erde. Seine Entstehung begann vor etwa 50 Millionen Jahren, als die Indische Platte in die Eurasische Platte kollидierte. Dieser Prozess ist noch nicht abgeschlossen. Die Platten verschieben sich weiterhin, weshalb der Himalaya langsam wächst und auch Erdbeben in der Region keine Seltenheit sind.
Der Himalaya beheimatet 14 der 15 höchsten Gipfel der Welt, allesamt über 8.000 Meter hoch. Diese Achttausender gelten unter Bergsteigern als die ultimative Herausforderung. Zwischen dem Everest und dem zwölften Platz dieser Liste liegen gerade einmal 362 Höhenmeter, was zeigt, wie dicht die Giganten hier beisammen stehen.
Die fünf höchsten Berge der Welt im Vergleich
Vier der fünf höchsten Berge der Welt liegen im Himalaya oder dem angrenzenden Karakoram-Gebirge. Nur der K2 liegt außerhalb des eigentlichen Himalayamassivs, nämlich im Karakoram an der Grenze zwischen Pakistan und China.
| Berg | Höhe (m) | Lage |
|---|---|---|
| Mount Everest | 8.848,86 | Nepal / Tibet (China) |
| K2 | 8.611 | Pakistan / China |
| Kangchendzönga | 8.586 | Nepal / Indien |
| Lhotse | 8.516 | Nepal / Tibet (China) |
| Makalu | 8.485 | Nepal / Tibet (China) |
Der Lhotse ist dem Everest so nah, dass er über einen gemeinsamen Sattel, den South Col, mit ihm verbunden ist. Viele Expeditionen nutzen dieselbe Route für beide Gipfel.
Wie die Höhe des Everest gemessen wird
Die offizielle Höhe von 8.848,86 Metern stammt aus einer Messung von 2020, die von chinesischen und nepalesischen Behörden gemeinsam durchgeführt wurde. Dabei kamen GPS-Technologie und präzise Barometerdaten zum Einsatz. Vorher galt lange der Wert von 8.848 Metern, der aus einer indischen Vermessung von 1954 stammte.
Die Höhe ist übrigens die Höhe über dem Meeresspiegel. Misst man vom Erdmittelpunkt aus, ist der Chimborazo in Ecuador höher, weil die Erde an den Polen abgeflacht ist. Und misst man vom Meeresboden aus, steht der Mauna Kea auf Hawaii mit über 10.000 Metern Gesamthöhe ganz vorne. Doch die klassische Definition, nach der der Everest der höchste Berg der Welt ist, bezieht sich auf die absolute Höhe über dem Meeresspiegel. Und da ist er unangefochtener Spitzenreiter.
Erste Besteigung und die Bedeutung heute
Am 29. Mai 1953 erreichten Edmund Hillary aus Neuseeland und Tenzing Norgay, ein nepalesischer Sherpa, als erste Menschen den Gipfel des Everest. Das Datum ist in Nepal ein Feiertag. Seitdem haben mehr als 6.000 Menschen den Gipfel erreicht, viele davon mehrfach. Den Rekord hält Kami Rita Sherpa mit über 28 Besteigungen.
Die Besteigung ist technisch und körperlich extrem anspruchsvoll. In der sogenannten Todeszone, also oberhalb von 8.000 Metern, enthält die Luft nur noch ein Drittel des Sauerstoffs, der auf Meereshöhe verfügbar ist. Die meisten Bergsteiger sind auf Flaschensauerstoff angewiesen. Hinzu kommen Temperaturen von bis zu minus 60 Grad Celsius und Windgeschwindigkeiten über 200 km/h.
Ein wachsendes Problem ist der Müll auf dem Berg. Über Jahrzehnte haben Expeditionen Ausrüstung, Verpackungen und in schlimmen Fällen auch Leichen hinterlassen. Nepal hat die Vorschriften verschärft: Jede Expedition muss mindestens acht Kilogramm Abfall wieder mit ins Tal nehmen.
Klimatische Bedingungen und das beste Zeitfenster
Die meisten Besteigungsversuche finden im Mai statt, genauer in den wenigen Wochen vor dem Beginn des Monsuns. In dieser Zeit beruhigen sich die Jetstream-Winde, die den Gipfel im Winter mit extremen Böen überziehen. Ein zweites, kleineres Fenster öffnet sich im September und Oktober nach dem Monsun.
Der Monsun selbst, der von Juni bis September die Region mit Regen und Schnee überzieht, macht Besteigungen nahezu unmöglich. Im Winter ist der Gipfel so gut wie gesperrt. Nur wenigen Extrembergsteigern ist eine Winterbesteigung bisher gelungen.





