Die Europäische Union hat 27 Mitgliedsstaaten. Das klingt erstmal nach einer einfachen Zahl, aber dahinter steckt eine Geschichte, die über sieben Jahrzehnte zurückreicht. Sechs Länder fingen an, dutzende kamen dazu, eines ging wieder. Wenn du wissen willst, welche Länder heute zur EU gehören, wie sie dorthin gekommen sind und was die Mitgliedschaft eigentlich konkret bedeutet, bist du hier richtig.

Die sechs Gründungsmitglieder

Alles begann 1957 mit den Römischen Verträgen. Sechs Staaten entschieden sich nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs, ihre Zukunft gemeinsam zu gestalten: Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg und die Niederlande. Zuerst ging es vor allem um Kohle, Stahl und Wirtschaft. Die Idee dahinter war simpel und gleichzeitig radikal: Länder, die wirtschaftlich eng verflochten sind, führen keine Kriege gegeneinander.

Aus dieser Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) wurde über die Jahrzehnte ein politisches Projekt, das weit über den Handel hinausgeht. Die sechs Gründungsmitglieder bilden bis heute den Kern der EU.

Die Erweiterungsrunden im Überblick

Nach der Gründung wuchs die Gemeinschaft in mehreren Wellen:

Die EU-Osterweiterung 2004 war mit zehn neuen Mitgliedern die größte einzelne Erweiterungsrunde in der Geschichte der Union
Die EU-Osterweiterung 2004 war mit zehn neuen Mitgliedern die größte einzelne Erweiterungsrunde in der Geschichte der Union

Alle 27 EU-Mitgliedsstaaten mit Beitrittsjahr

Hier findest du die vollständige Liste aller aktuellen Mitgliedsstaaten, sortiert nach dem Beitrittsjahr:

Land Beitrittsjahr
Belgien 1957 (Gründungsmitglied)
Deutschland 1957 (Gründungsmitglied)
Frankreich 1957 (Gründungsmitglied)
Italien 1957 (Gründungsmitglied)
Luxemburg 1957 (Gründungsmitglied)
Niederlande 1957 (Gründungsmitglied)
Dänemark 1973
Irland 1973
Griechenland 1981
Spanien 1986
Portugal 1986
Finnland 1995
Österreich 1995
Schweden 1995
Estland 2004
Lettland 2004
Litauen 2004
Malta 2004
Polen 2004
Slowakei 2004
Slowenien 2004
Tschechien 2004
Ungarn 2004
Zypern 2004
Bulgarien 2007
Rumänien 2007
Kroatien 2013

Brexit: Ein Land geht, 27 bleiben

Das Vereinigte Königreich trat 1973 der damaligen Europäischen Gemeinschaft bei und verließ die EU am 31. Januar 2020 nach einem Referendum. Damit schrumpfte die Union von 28 auf 27 Mitglieder. Der Brexit war der erste Fall, in dem ein Mitgliedsstaat die EU freiwillig verlassen hat. Die Folgen sind bis heute spürbar, von Zollkontrollen an der irischen Grenze bis zu komplizierten Visaregelungen für britische Bürger.

Was EU-Mitgliedschaft in der Praxis bedeutet

EU-Mitglied zu sein heißt nicht, dass überall die gleichen Regeln gelten. Es gibt wichtige Unterschiede, die viele Menschen überraschen:

Der Euro: Nicht alle EU-Länder zahlen mit dem Euro. Von den 27 Mitgliedsstaaten nutzen 20 den Euro als Währung. Länder wie Schweden, Polen, Tschechien, Ungarn, Dänemark, Bulgarien und Rumänien haben noch eigene Währungen. Wenn dich das Thema interessiert, findest du mehr dazu im Artikel Welche Länder haben den Euro?.

Schengen: Der Schengenraum ermöglicht Reisen ohne Grenzkontrollen. Die meisten EU-Länder gehören dazu, aber Irland hat ein Opt-out. Gleichzeitig sind Nicht-EU-Staaten wie Norwegen, Island und die Schweiz Teil von Schengen. Bulgarien und Rumänien traten dem Schengenraum für Luft- und Seegrenzen 2024 bei, die vollständige Teilnahme an den Landgrenzen folgte Anfang 2025.

Gemeinsamer Binnenmarkt: Alle EU-Mitglieder sind Teil des Binnenmarkts. Das bedeutet freier Verkehr von Waren, Dienstleistungen, Kapital und Personen. Du kannst als EU-Bürger in jedem anderen EU-Land leben und arbeiten, ohne ein spezielles Visum zu brauchen.

Kandidatenländer und die Zukunft der EU

Die EU ist nicht abgeschlossen. Mehrere Länder haben den Status eines Beitrittskandidaten:

Ein EU-Beitritt ist kein kurzer Prozess. Länder müssen die sogenannten Kopenhagener Kriterien erfüllen: eine stabile Demokratie, eine funktionierende Marktwirtschaft und die Fähigkeit, das gesamte EU-Recht zu übernehmen. Das dauert in der Regel viele Jahre.

Fazit

Die EU ist heute eine Gemeinschaft von 27 Staaten mit rund 450 Millionen Menschen. Von den sechs Gründungsmitgliedern 1957 über die große Osterweiterung 2004 bis zum Brexit 2020 hat sich die Union ständig verändert. Nicht alle Mitglieder nutzen den Euro, nicht alle gehören zum Schengenraum. Und mit der Ukraine, Moldau und den Westbalkanstaaten stehen weitere Kapitel bevor. Was die EU zusammenhält, ist die Grundidee von 1957: gemeinsam stärker sein als allein.

Weiterführende Links

Die Geschichte der EUeuropa.eu →
Die Mitgliedsstaaten der EUeuropa.eu →