Die Eisheiligen 2026 fallen auf den 11. bis 15. Mai, also Montag bis Freitag in der zweiten Maiwoche. Fünf Gedenktage, fünf Namen, ein hartnäckiger Wetterglaube: Bis zur Kalten Sophie kann es nachts noch frieren, danach gelten frostempfindliche Pflanzen als sicher. Der Deutsche Wetterdienst relativiert das Phänomen zwar statistisch, die Bauernregel hält sich aber bis heute im Gartenkalender. Hier erfährst du, wann die Eisheiligen genau kommen, welche Pflanzen schon raus dürfen und wie du deine Beete schützt, wenn doch noch einmal Frost angesagt ist.

Die fünf Eisheiligen 2026 im Kalender

Die Eisheiligen sind fünf christliche Märtyrer, deren Namenstage in der ersten und zweiten Maihälfte liegen. In Norddeutschland zählen nur drei der fünf Tage als Eisheilige, in Süddeutschland die vier mittleren plus die Kalte Sophie. Die regionale Aufteilung hat historische Gründe und hängt mit den lokalen Wetterlagen zusammen.

Tag Datum 2026 Name Region
Montag 11. Mai Mamertus Norddeutschland
Dienstag 12. Mai Pankratius ganz Deutschland
Mittwoch 13. Mai Servatius ganz Deutschland
Donnerstag 14. Mai Bonifatius Süddeutschland
Freitag 15. Mai Kalte Sophie ganz Deutschland

Mamertus war Bischof von Vienne im 5. Jahrhundert, Pankratius ein römischer Märtyrer, Servatius Bischof von Tongern. Bonifatius von Tarsus und die heilige Sophia von Rom schließen die Reihe ab. Die "Kalte Sophie" trägt ihren Beinamen nicht zufällig: Sie markiert nach alter Bauernregel den endgültigen Abschluss der Frostperiode.

Wichtig: Die kalendarischen Termine gelten nur noch eingeschränkt. Durch die gregorianische Kalenderreform 1582 verschoben sich die astronomischen Bedingungen um rund zehn Tage. Der Deutsche Wetterdienst wertet deshalb auch den Zeitraum bis Ende Mai aus, wenn er Eisheilige-Statistiken erstellt.

Warum es die Eisheiligen überhaupt gibt

Hinter den Eisheiligen steckt kein Aberglaube, sondern ein meteorologisches Muster. Im Mai ist das europäische Festland bereits deutlich erwärmt, das Nordmeer aber noch kalt. Wenn sich dann ein Hochdruckgebiet über Skandinavien festsetzt, strömt Polarluft nach Mitteleuropa. Die Folge sind klare, sternenklare Nächte mit Bodenfrost, obwohl die Temperaturen tagsüber bereits zweistellig liegen.

Der Deutsche Wetterdienst hat die statistische Frost-Wahrscheinlichkeit für den Eisheiligen-Zeitraum ausgewertet. In den letzten 30 Jahren trat Bodenfrost zwischen dem 11. und 15. Mai nur noch in etwa 40 Prozent der Jahre auf, in den 1970ern waren es noch über 60 Prozent. Der Klimawandel verschiebt das Phänomen: Späte Frostnächte werden seltener, aber wenn sie kommen, treffen sie eine bereits weiter entwickelte Vegetation.

Jahrzehnt Frosthäufigkeit Mai (DWD)
1961 bis 1970 65 Prozent
1991 bis 2000 50 Prozent
2011 bis 2020 42 Prozent
2021 bis 2025 38 Prozent

Das Problem: Apfel- und Kirschblüten treiben heute oft schon Anfang April aus. Trifft dann Mitte Mai noch einmal Frost, sind die Schäden größer als früher, weil die empfindlichen Blüten voll entwickelt sind. 2017 kam es nach einem warmen April zu massiven Ernteausfällen im Obstbau, weil in der zweiten Maihälfte Temperaturen bis minus 5 Grad gemessen wurden.

Regional gibt es deutliche Unterschiede. In Norddeutschland zieht die Kaltluft meist ein bis zwei Tage früher ein als im Süden, wo die Alpen als Barriere wirken. Deshalb gelten dort Mamertus und Pankratius als die relevanten Tage, in Bayern und Baden-Württemberg eher Servatius bis Kalte Sophie.

38 Prozent beträgt die statistische Frostwahrscheinlichkeit im Mai in den Jahren 2021 bis 2025 laut DWD
38 Prozent beträgt die statistische Frostwahrscheinlichkeit im Mai in den Jahren 2021 bis 2025 laut DWD

Was jetzt schon raus darf, was nicht

Nicht jede Pflanze muss bis zum 15. Mai im Haus bleiben. Frostharte Gemüsearten und robuste Stauden vertragen auch einzelne kühle Nächte. Die Faustregel: Alles, was aus wärmeren Klimazonen stammt, bleibt bis nach den Eisheiligen drinnen oder unter Vlies. Alles, was in Deutschland heimisch oder an kühlere Sommer angepasst ist, darf ab April ins Beet.

Kategorie Pflanzen Aussaat/Auspflanzung
Frosthart, ab April raus Kohlrabi, Salat, Spinat, Radieschen, Erbsen, Möhren direkt ins Beet
Bedingt frosthart Kohl, Lauch, Zwiebeln, Petersilie, Rhabarber ab Mitte April mit Vlies
Frostempfindlich, ab 16. Mai Tomaten, Paprika, Gurken, Zucchini, Kürbis, Auberginen, Basilikum erst nach Kalter Sophie
Sehr frostempfindlich Oleander, Engelstrompete, Zitruspflanzen erst Ende Mai

Tomaten sind der Klassiker unter den Sorgenkindern. Schon bei plus 4 Grad stellen sie das Wachstum ein, bei Frost sterben die Pflanzen ab. Wer früh pflanzt, riskiert den Totalverlust. Gurken und Zucchini reagieren ähnlich empfindlich, Paprika und Auberginen brauchen sogar konstant über 10 Grad, um Blüten anzusetzen.

Bei Kübelpflanzen wie Oleander oder Zitrusbäumchen gilt eine zusätzliche Faustregel: Nicht nur Bodenfrost meiden, sondern auch den Wechsel zwischen kalten Nächten und warmer Mittagssonne beachten. Die Pflanzen brauchen eine Akklimatisierungsphase. Stelle sie zunächst tagsüber raus und hole sie abends wieder rein. Nach zwei Wochen kannst du sie draußen lassen, wenn keine Frostwarnung mehr gilt.

Balkongärtner haben es etwas einfacher. Auf dem Balkon ist es im Schnitt 2 bis 3 Grad wärmer als im freien Garten, weil die Hauswand Wärme speichert. Tomaten im geschützten Süd- oder Westbalkon vertragen meist schon einen Auszug Anfang Mai, wenn du sie nachts mit einem alten Bettlaken oder Zeitungspapier abdeckst.

Spätfrost-Schutz für den Garten

Wenn der Wetterbericht für die Eisheiligen Frost ansagt, entscheiden ein paar einfache Maßnahmen darüber, ob deine Pflanzen überleben. Je nach Fläche und Pflanzenart kommen unterschiedliche Methoden infrage. Alle haben eines gemeinsam: Sie funktionieren nur, wenn du sie vor Sonnenuntergang am Vorabend anlegst.

Gartenvlies: Die einfachste Lösung. Ein weißes, luftdurchlässiges Vlies mit 17 bis 30 Gramm pro Quadratmeter hält bis zu 4 Grad Frost ab. Einfach abends locker über die Pflanzen legen und mit Steinen oder Erdhaken fixieren. Morgens wieder abnehmen, sobald die Sonne die Oberfläche erwärmt, sonst kondensiert Feuchtigkeit unter dem Vlies.

Folientunnel und Mini-Gewächshaus: Deutlich wirksamer, aber teurer. Ein Folientunnel aus Polyethylen hält 5 bis 7 Grad Frost ab. Wichtig: Tagsüber lüften, weil sich die Temperaturen sonst schnell über 40 Grad aufschaukeln und die Pflanzen verbrennen.

Hochbeete: Hier ist der Frostschutz deutlich besser als im Flachbeet. Die höhere Lage lässt kalte Luft abfließen, und der Kompost im Beet-Inneren produziert durch die Verrottung zusätzliche Wärme. In einem gefüllten Hochbeet kann es nachts bis zu 3 Grad wärmer sein als auf dem Rasen. Trotzdem solltest du empfindliche Pflanzen auch im Hochbeet mit Vlies abdecken, wenn die Prognose unter minus 2 Grad geht.

Gießwasser als Frostschutz: Klingt paradox, funktioniert aber. Wenn du am Vorabend gründlich wässerst, speichert der feuchte Boden tagsüber Wärme und gibt sie nachts ab. Die verdunstende Feuchtigkeit bildet außerdem eine isolierende Schicht über dem Beet. Profi-Obstbauern gehen noch einen Schritt weiter und beregnen bei Frostgefahr die ganze Nacht. Das Wasser gefriert auf den Blüten und gibt dabei Kristallisationswärme ab, sodass die Temperatur direkt an der Pflanze bei 0 Grad bleibt.

Standort clever wählen: Kalte Luft fließt nach unten. Wer ein Gefälle im Garten hat, sollte frostempfindliche Pflanzen nicht in die Senke setzen. In einem sogenannten Kaltluftsee kann die Temperatur nachts 5 Grad niedriger sein als einen Meter höher am Hang.

Ein Gartenvlies mit 17 bis 30 Gramm pro Quadratmeter schützt Pflanzen bis minus 4 Grad vor Frost
Ein Gartenvlies mit 17 bis 30 Gramm pro Quadratmeter schützt Pflanzen bis minus 4 Grad vor Frost

Was du jetzt tun solltest

Schau in deinem Kalender auf die Woche vom 11. bis 15. Mai 2026 und lass dir für diese Tage eine Wetter-App-Warnung einrichten. Wenn der DWD oder Kachelmann-Wetter eine Nachtfrost-Prognose rausgibt, hast du noch Zeit zum Reagieren. Tomatenpflanzen, die schon draußen stehen, kannst du mit umgestülpten Eimern, Tontöpfen oder einfach einem Pappkarton abdecken. Staudenbeete brauchen keinen Schutz, sondern nur die Geduld, ein paar Tage auf neue Triebe zu warten. Und wenn du jetzt schon Jungpflanzen in der Wohnung vorziehst: Beginne ab dem 8. Mai mit dem Abhärten. Stelle die Pflanzen tagsüber für ein paar Stunden raus, damit sie die Sonne vertragen, wenn es am 16. Mai mit dem Auspflanzen losgeht.

Weiterführende Links

Deutscher Wetterdienstdwd.de →Eisheilige und Schafskälte
NABUnabu.de →Garten im Mai und Frostschutz
Mein schöner Gartenmein-schoener-garten.de →Pflanzen nach den Eisheiligen